He's not a free man… He's THE Freeman!
„Crying Freeman“ würde ich als straight up Killerflick bezeichnen und ebenso als heimlichen Favorit aus den guilty pleasurigeren Videothekenregalen der 90er, wenn ein hochrangiger chinesischer Auftragsmörder in mystische Sphären aufsteigt und sich auf ein gefährliches Spiel mit einer attraktiven Kronzeugin einlässt - was wiederum die japanische Mafia auf den Plan ruft…
Comic statt Komik
„Crying Freeman“ ist comichafteste (oder besser gesagt mangahafteste) Eleganz. Kinetik, Schönheit, Anmut. Hin bis zur schönsten Arroganz. Gepaart mit Brutalität und etwas Käse. Fertig ist nicht weniger als ein Leidenschaftsprojekt. Eine top Symbiose aus europäischer und asiatischer Ästhetik. Internationale Koproduktion mit Strahl- und Sprengkraft. Eine heikle Angelegenheit, delikat und super attraktiv gelöst. Das hätte alles schnell lächerlich und zu drüber wirken können - tut es aber nahezu nie. Dacascos hat eine mächtige wie magische Aura, wie eine Mischung aus Brandon Lee und Chow Yun-Fat. Das Karma des Drachen. Die Tattoos der Handkanten. Die Pistolen des Killers. „Crying Freeman“ hat Shootouts und Autoaction, klassisch Martial Arts als auch westliche Stuntarbeit. Und Tcheky Karyo ist immer eine 1A Bösewicht - und er wird seinem Ruf hier absolut gerecht. Und somit hat „Crying Freeman“ Gutes aus West und Ost, aus Frankreich wie aus Japan, aus Hollywood wie Hongkong - wodurch ein enorm kurzweiliger Cocktail entsteht, der wenn dann Freudentränen hervorruft… Heroic Bloodshed trifft Mangamadness - in französischen Designeranzügen!
Ungeniert auf der grenzüberschreitenden Überholspur
Fazit: In einen „Crying Freeman“ könnte ich mich hineinlegen… Von der sphärisch-cheesigen (90s-)Atmosphäre über den ikonisch-melancholischen Dacascos bis zu den vielseitigen, exzellent ausschauenden Fights… Das Ding ist und bleibt einfach ein (wenn auch maximal oberflächliches) Style-und-Actionfeuerwerk aus einem Guss!