Wenn man die Fakten von „Search and Destroy“ auf dem Papier betrachtet, klingt alles nach dem Traum eines jeden Filmfans:
Eine dramatische Satire mit viel schwarzem Humor, voller schräger Figuren, mit einer absoluten Top-Besetzung (Dennis Hopper, Christopher Walken, John Turturro, Ethan Hawke, Griffin Dunne, Illeana Douglas, Dan Hedaya, Rosanna Arquette...) in einem Independent-Film produziert von Martin Scorsese – was kann da schon schief gehen?
Leider eine ganze Menge, wenn nicht alle Elemente zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt werden können...
Zur Story:
Martin Mirkheim (Dunne) wird von seiner neurotischen Ehefrau (Arquette) verlassen, nachdem die gemeinsamen Geschäfte gescheitert und ihnen eigentlich nur noch eine hohe Summe Steuerschulden geblieben ist. Fortan hat sich Martin in den Kopf gesetzt, den Selbstfindungsroman eines „late-night-Philosophen“ und „new-age-Gurus“ (Hopper) zu verfilmen, doch der ist nur an Geld interessiert – etwas, was Martin nun einmal nicht hat ... also macht er sich mit einer Drehbuchautorin (Douglas) auf nach New York, wo er den Geschäftsmann Walken trifft, welcher seine Pläne gerne unterstützen möchte, da er selbst Fan des Romans ist und sein eigenes Leben auch gerne ändern möchte.
Gemeinsam versuchen sie das nötige Geld einzutreiben, doch Walken ist immer stärker fasziniert von der einem Ausstieg aus dem vorgefaßten Lebenstrott, worauf er sich immer weiter ins Abenteuer stürzt und Martin mit hinter sich herzieht – dieser Weg soll am Ende blutig enden.
Es ist die einfallslose Inszenierung, die mich am meisten an diesem Film gestört hat. Zwar werden lauter skurrile Situationen heraufbeschworen, immer wieder unterbrochen von surrealen Sequenzen aus dem zu verfilmenden Buch, doch das alles weder besonders kreativ noch irgendwie interessant.
Die satirischen Aspekte sind auch einfach nicht bissig genug – es fehlt an Wortwitz und Tiefe.
Mit der Hauptfigur (ein Träumer mit Geschäftsdrang auf Selbstfindungskurs) verbindet man nicht viel – es sind die Nebenfiguren, die dem Film (wenigsten etwas) Kraft geben, allen voran Illeana Douglas und Chris Walken.
Douglas spielt die ehemalige Sekretärin von Hopper mit derart sprühendem Charme, daß man ihr gerne mehr Aufmerksamkeit widmen möchte als der Hauptfigur: Wie sie versucht, ihr eigenes Skript (ein Trash-Splatter-Alien-Shocker) mit derartiger Begeisterung und Energie zu verkaufen – diese Art von Szenen hätte es einfach mehr geben müssen, von diversen Figuren.
Und dann wäre da noch der großartige Christopher Walken, der alle Facetten seines Könnens zeigt: Vom glatten Geschäftsmann, über den ausgelassenen Menschen mit versteckter Lebensfreude (tolle Szene: Walken beim Karaoke), bis hin zu „seiner“ Psychopathen-Rolle in Perfektion – in diesem Film zeigt er mal wieder sein gesamtes Spektrum, sehr zu meiner Freude.
Nur wie gesagt: Solche Momente sind die absolute Ausnahme!
Mit der Zeit wurde der Film zunehmend uninteressanter für mich (um nicht zu sagen „langweilig“) – nur das Ende hat mich dann doch überrascht, denn da hatte Walken den Höhepunkt seines Auftritts...
Ich habe gelesen, daß der Film auf einem Bühnenstück von Howard Korder basiert – auf einer Theaterbühne kann ich mir die Story auch wesentlich besser vorstellen, wo es nur auf die Figuren und Dialoge ankommt.
Als Film jedoch, empfinde ich „Search and Destroy“ als gescheitert – schade!
Fazit: 3 von 10 (= uninspirierte Satire mit guten Schauspielern)