Review

Feuer & Sparflamme


„Blaze“ erzählt von einem zwölfjährigen Mädchen, das einzige Zeugin einer brutalen Vergewaltigung mit Todesfolge wird. Mitten am helllichten Tag, in einer einsamen Seitenstraße. Durch den Schock, das Unverständnis und die plötzliche Zerstörung ihrer unschuldigen Weltanschauung (plus einem ziemlich fiesen Gerichtsprozess mit ihr als Hauptzeugin) stellt sie sich einen Zauberdrachen vor, der sie von nun an beschützen soll…

„Blaze“ profitiert von seiner Echtheit, seiner (meist eher psychologischen) Härte, von seiner blutjungen, grandiosen Hauptdarstellerin. Seine surrealeren Passagen geben ein gutes Gegengewicht zur schweren, ganz realen Kost. Allzu viele Vater-Tochter-Beziehung in dieser authentischen Weise sieht man sonst nicht. Und man spürt die weibliche Herangehensweise deutlich, auch dass hier etwas dahinter steckt und es nicht nur Fassade und Anbiederung an den Zeitgeist ist. Hier waren den Machern die Themen und die Tragik bewusst, wichtig und der Kern der Sache. Zudem bringt die junge Julia Savage wie gesagt ihren Schmerz, ihre Verwirrung, ihre Wut und Angst absolut grandios rüber. Daher hätte man alles vielleicht noch ein wenig kürzen und noch direkter auf den Punkt bringen können, doch insgesamt bin ich mit „Blaze“ absolut zufrieden. Ziel erreicht! 

Fazit: ein sehr persönliches, wachrüttelndes und starkes Drama über Traumata, Erwachsenwerden, innere Stärke und den Folgen von Gewalt auf die gesamte Gesellschaft. Leicht surreale, kindliche Einschläge und zeitgleich ein bretthartes Thema. Mit einer der unangenehmeren Vergewaltigungsszenen seit langem. Einer tollen jungen Heldin und Hauptdarstellerin. Und für mich wenig wirklich zu kritisieren. 

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