From Compton Till Venice Beach
Mit „Day Shift“ versuchen sich Netflix und Jamie Foxx an einer launigen Kreuzung aus Big Budget-Vampirtrash, Netflix-Soft Horror-Blockbuster und 90s-Gedenkwundertüte. Will billig, B-Movie-like bis trashig wirken. Ist aber bestimmt alles andere als das und dadurch natürlich nicht the real, nicht so cool wie er meint zu sein, nicht clever, kreativ und neu. Spaß macht die untote Ballerei dennoch, wenn ein Familienvater und Poolreiniger in der Stadt der Engel eigentlich Vampirjäger ist…
Kein Blade, eher ein Knife
Von „Kingsmen“ über „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ bis „21 Jump Street“, von Blacksploitation bis Buddy-Cop-Action - man erkennt sofort, bei wem „Day Shift“ in der Lehre war. Ein kruder Mix. Mainstream und doch mitternachtstauglich, sonnendurchflutet und whacky, blutleer, modern und doch staubig. Franco und Foxx haben durchaus Chemie, die Actionchoreos haben Wumms, selten wurden Körper spaßiger verbogen, Snoop Dogg in seiner Nebenrolle lässt jeden schmunzeln. Das 90er-Westcoast-Hip-Hop-Feeling pumpt durch die Lowrider. San Andreas trifft Santa Carla. Netflixstangenware trifft Midnight Madness. Auch die Männer in schwarz oder das R.I.P.D.-Department lassen grüßen. Ja, aus dieser Epoche ist „Day Shift“ entlaufen.
Fazit: überdrehter Vampiractioner mit L.A.-Sonnenschein und ADHS. Launig und teuer. Viel Bumm, wenig Horror. Solide, aber berechnendes und ungefährliches, fast zahnloses Netflix-Starvehikel. Immerhin besser als Foxx' letzter beim großen roten N („Project Power“).