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Schtonk ist ein Relikt aus der Zeit, bevor der deutsche Film inhaltlich ins Bodenlose stürzte. Sicherlich wurde hier keine große Kunst geschaffen, aber wir bekommen noch die wesentlichen Drei des unterhaltsamen Kinos, eine gute Geschichte, überzeugende Darsteller und eine kurzweilige Inszenierung. Sogar in wenig mehr, bissige Satire, ohne in Klamauk abzudriften, und eine Produktion, die sich noch traute, groß, teuer und gleichzeitig intellektuell bösartig zu sein. Qualität setzt sich durch, meistens zumindest, so dass diese aufwendige Produktion internationale Anerkennung gefunden hat und, trotz des komödiantischen Grundtons, als Ritterschlag sozusagen, eine Oscar und Golden Globe Nominierung.
Der reale Hintergrund ist fast nicht zu glauben, gibt allerdings ein interessantes Röntgenbild der sogenannten BRD. Die alliierten Kriegsverbrecher hatten im Westen nie das Ansinnen den Führerkult auszutreiben, einzig die verlogene Gier wurde erfolgreich importiert. Diese befremdliche Geschäftemacherei, eine wahnwitzige Ironie des Schicksals, schließlich sollte jene einst vertrieben werden. Jeder der Protagonisten stellt, mehr oder weniger überzeichnet, ein Archetypus der kapitalistischen Marktwirtschaft dar, ich betone noch einmal, keine erfundenen Figuren. Es sind die Kriecher des Geld-Kultes und sowohl Söhne als auch Nachfolger der Totengräber einer großen Nation, des großen Kontinents.


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