Nachdem er auf bizarre Art ums Leben kommt, als es eines Tages mitten in der Wüste überraschend Münzen und kleine Metall-Gegenstände vom Himmel regnet, vererbt der Pferde-Trainer Otis Haywood seine Ranch mitsamt den für Film-Produktionen dressierten Tieren seinen beiden Kindern OJ und Emerald. Da die Arbeits-Lage schlecht ist, verkauft OJ schweren Herzens einige der Pferde an den ehemaligen Child-Actor Ricky Park, der als Kind mitansehen musste, wie ein dressierter Chimpanse während der Aufzeichnung einer Sitcom-Episode durchgedreht ist und seine Mit-Darsteller zerfleischt hatte... und der nun einen Western-Freizeit-Park betreibt und die besagte Tragödie finanziell ausschlachtet, wo es nur geht. Schon kurz darauf kommt es zu weiteren merkwürdigen Ereignissen auf der Haywood-Ranch, als sich spontane Strom-Ausfälle häufen, die mit den Schatten einherzugehen scheinen, die OJ nachts zwischen den Wolken umherhuschen sieht. Angel, der kleine Angestellte eines örtlichen Elektro-Ladens, vermutet in dem Zusammenhang das Auftauchen von UFOs und legt sich, nachdem sich die Haywoods bei ihm mit Überwachungs-Kameras eingedeckt haben, zusammen mit den Geschwistern auf die Lauer, um einen unumstößlichen Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens auf Video zu bannen. Derweil hat Ricky während einer Vorführung vor Publikum eine ganz eigene, unheimliche Begegnung der dritten Art... Jordan Peele, vor Kurzem noch als Hoffnungs-Träger des Genres gehandelt und für sein Drehbuch zu "Get Out" sogar - zu Recht! - mit einem Oscar ausgezeichnet, scheint der eigene Hype zwischenzeitlich ganz Shyamalan-like ein wenig zu Kopf gestiegen zu sein, oder wie sonst kann man es sich erklären, dass er seinen eh bereits mehr oder weniger enttäuschenden "Wir" mit dem ebenso kryptisch betitelten "Nope" nochmal so deutlich unterbietet? Nun ja, man kann nicht behaupten, dass er nicht zumindest versuchen würde, dem Publikum mit Stoffen, die nun wirklich nicht bereits direkt von Begin an zur Gänze durchschaubar sind und darum auch tatsächlich noch die eine oder andere Überraschung bereithalten, irgendwie beizukommen... allein, das Ergebnis steht in keinerlei Relation zum betriebenen Aufwand. "Shyamalan" ist dabei eh ein gutes Stichwort und der Genre-Kenner mag da eventuell zunächst noch an den Aliens-auf-'ner-Farm-Gruseler "Signs" von 2002 denken, womit man dem Streifen allerdings arg auf den Leim geht, denn die Handlung an sich schlägt mit zunehmender Laufzeit doch den einen oder anderen - teil auch ganz schön unbefriedigenden - Haken. Dazwischen mühen sich die Darsteller wirklich nach Leibeskräften, das Ruder irgendwie herumzureißen und den Zuschauer für ihre jeweiligen Parts einzunehmen, die da leider doch nur in dem Story-Wirrwarr herumwuseln. Effektives steht hier gleichberechtigt neben purer Zeitschinderei, für jede gute Idee gibt es (mindestens) eine schlechte und inhaltlich wirkt "Nope" nurmehr unfokussiert und zerfahren, als hätte Peele einfach mal alles mögliche an die nächstbeste Wand geschmissen und geguckt, was kleben bleibt... was eigentlich schade ist, denn die Spannungs-lastige erste Hälfte mit ihren geschickt gehändelten Thrill-Momenten und Suspense-Szenen nach 70er- und 80er-Jahre-Genre-Manier (sprich: ohne Jump-Scare-Overkill inklusive lautem Knall auf der Tonspur), die einen relativ schlau auf 'ne falsche Fährte führt, ist wirklich gut geworden, bevor die Chose dann aber schließlich mittendrin zum debilen Creature-Feature mutiert und zum Ende hin zu einer Variation des Schluss-Drittels von "Der Weiße Hai" wird, nur halt dass die Bedrohung hier am Himmel lauert und nicht unter Wasser. Über etwaige logische Unebenheiten im Skript muss dabei wie schon zuvor bei "Wir" einfach mal ganz nonchalant hinweggesehen werden, wobei dieser allerdings noch den Vorteil hatte, dass er ziemlich eindeutig als filmische Allegorie gelesen werden konnte... was hier halt mal leider nicht der Fall ist. Schade, schade, denn Jordan Peele hat es ja doch geschafft, seinen Film technisch wieder mal sehr gut aussehen zu lassen... hätte er doch nur auch die Themen, auf die es ihm ankam, mit einem ebenso großen Geschick mit der Handlung verwoben, wie es ihm noch bei "Get Out" so fulminant gelungen ist. Was einem aber mal so richtig sauer aufstößt, ist, dass Peele hier dem Publikum ein wenig die eigene Sensationsgier vor Augen führt und ein bisschen Medien-Kritik an der reißerischen Aufarbeitung von spektakulären Katastrophen und Tragödien übt... aber auf der anderen Seite doch sicherlich gerne hätte, dass die Leute in Scharen ins Kino rennen, um sich an den ziemlich spektakulären Bildern (IMAX-Format, immerhin!) seines aufgeblasenen Streifens zu laben. Das geht für mich irgendwie nicht zusammen. Sorry, aber auch wenn er zum Ende mit "Jean Jacket" noch ein wirklich skurriles Film-Monster auf sein Publikum loslässt, das man in der Form noch nie auf der Leinwand gesehen haben dürfte, ist "Nope" für mich mal echt auf halbem Weg verreckt und insgesamt damit völlig flachgefallen. Kurzum, ein ziemlich verkorkster Sci-Fi/Horror-Hybride. Dem Titel kann ich mich da wirklich nur anschließen...
4/10