7
"Get Out" war stark aber mit blassem Finale, "Wir" nicht ganz so beachtet, aber ein kleines Meisterwerk. Und nun der dritte Streich des Ausnahme-Horror-Regisseurs. Und an die beiden Erstlinge reicht er bei weitem nicht heran. Dennoch ein guter Film, aber man muss schon etwas Sitzfleisch mitbringen. Das ist dann doch mehr ein Kunstfilm, weniger massenkompatibles Horrorkino. Schwer einzuordnen irgendwo zwischen Neo-Westerndrama und Hommage an alte Alien-Invasionsfilme. Mäßig spannend, in erster Linie bezieht sich die Spannung aus der Frage, was da oben seine Kreise zieht. Wer kunstvolle Science Fiction mag, wird den Film geniessen, klassische Horrorfans sollten einen großen Bogen um den Film machen.
5
Klassischer Fall von: wenn ein Film so vieles zu sein versucht (Neo-Western, Familiendrama, Mystery, SciFi-Horror, Satire) und am Ende von all dem nur ganz wenig ist... Ich weiß noch nicht ganz, was ich von Regisseur Jordan Peele und seinen paar gefeierten "Meisterwerken" bislang halten soll. Diese unheimliche Begegnung der etwas verschlafenen Art hat sicherlich auf der technischen Seite einiges zu bieten, greift schockierende reale Ereignisse aus der Filmgeschichte auf (z.B. die junge Darstellerin, die von einem durchgeknallten Schimpansen attackiert und verunstaltet wird) und erlaubt sich Seitenhiebe gegen die gnadenlose Ausbeutung durch die Unterhaltungsindustrie (vor allem Tiere und Kinder). Andererseits ist das trotz aller kreativen Kuriositäten nur ein mäßig spannender und oft recht langatmiger UFO-und-Aliens-Streifen.
5
Wie auch seinen ersten beiden Regiearbeiten "Get Out" (2017) und "Wir" (2019) liegt Jordan Peeles Horrorthriller eine ausgesprochen originelle Idee zu Grunde, die sich diesmal aber nicht im Schrecken noch steigern kann, sondern wenig gruselig aufgelöst und zu einem mittelmäßig spannendem Ende geführt wird. Besser, weil mehr Horror bietend, ist die Nebenstory mit Schimpansen, deren wage Verbindung zur Haupthandlung aber sehr konstruiert wirkt. An Keke Palmer und Daniel Kaluuya (Oscar für "Judas and the black Messiah") in den Hauptrollen und in Berlin mit viel Applaus empfangen, liegt es nicht, dass die Deutschland-Premiere von "Nope" im Zoo Palast enttäuscht. 5,5/10