iHaveCNit: Thor: Love and Thunder (2022) – Taika Waititi – Walt Disney
Deutscher Kinostart: 06.07.2022
gesehen am 09.07.2022 in SAMSUNG ONYX LED
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 6 – Reihe 13, Platz 21 – 18:30 Uhr
Kaum zu glauben, dass das Marvel Cinematic Universe bereits 29 Filme umfasst und kein Ende in Sicht zu sein scheint. Für den im Marvel Cinematic Universe sehr viel beschäftigten Chris Hemsworth ist der 29. Film auch sein 9. Einsatz, der sich „Thor: Love and Thunder“ nennt und wie bereits sein Vorgänger „Thor: Tag der Entscheidung“ bzw. „Thor: Ragnarok“ von Taika Waititi inszeniert worden ist. „Thor: Love and Thunder“ wirkt wie eine spaßige Compilation aus Glam- und Hardrock-Songs. Wie ich das an dieser Stelle meine ? Darauf gehe ich noch ein.
Nach den Ereignissen in „Endgame“ ist Thor gemeinsam mit den Guardians in der Galaxie unterwegs und hat sich wieder in Form gebracht, bis ihn nach einem erfolgreichen Einsatz mehrere Hilferufe aus mehreren Galaxien ereilen. Dort segnen reihenweise die Götter das Zeitliche, weil ein Götterschlächter namens Gorr seine Pfade zieht und scheinbar Asgard sein nächstes Ziel sein soll. Damit heißt es für ihn zurück in das neue Asgard, wo es nicht lange dauert, bis Gorr auf dem Plan tritt. Doch nicht nur das, denn Thor trifft zufälligerweise auf seine alte Liebe Jane Foster, die dazu auch noch würdig ist, Mjölnir zu tragen. Gemeinsam müssen sie Gorr aufhalten.
Was genau meine ich mit dem Vergleich zu einer Compilation aus Glam- und Hardrock-Songs ? Der Film selbst arbeitet sich klar und einfach strukturiert mit einem starken Tempo von Station zu Station, so dass man die einzelnen Stationen des Films klar als einen einzelnen Song auf der Compilation beschreiben kann. Da passt es auch, dass der Film im Soundtrack ein wenig „Guns N´Roses“ enthält sowie auch bei grafischen Texttafeln im Abspann an Schriftzüge von Bands im Glam- und Hardrock-Sektor erinnert. Da die Songs aber größtenteils einen hippen, spaßigen Unterton haben und sich gut weghören lassen, gehen in der Compilation ein wenig die 2 bis 3 etwas ernsteren und emotionalen Songs unter. Und ein rundes, in sich tonal stimmiges Bild wird damit eher verhindert. Genauer im Kontext des Films ist damit von meiner Seite gemeint, dass der Film sehr schnell und rasant eine große Dichte an Gags und Humor mit sich bringt, die visuelle Vielfalt der Stationen jedoch ein wenig inkonsistent ist und auch die emotionale Fallhöhe und Ernsthaftigkeit gerade in Bezug auf die Hintergründe und die Tragik von sowohl Christian Bales großartig gespielten „Gorr“ als auch Natalie Portmans „Jane Foster“ nicht vollends sein Potential entfaltet und sogar für den ein oder anderen wie ein Fremdkörper im Film wirkt. Für mich jedoch ist genau diese eigentlich vorhandene emotionale Tragik und Fallhöhe eine Stärke des Films, die so in seiner Form noch wesentlich stärker hätte sein können.
„Thor: Love and Thunder“ – My First Look – 8/10 Punkte.