Dafür, dass es in diesem Film um Kindstod, Krebs im Endstadium und Gottverlassenheit geht, kommt der vierte THOR ganz schön farbenfroh, leicht und lustig daher. Aber nichts anderes hat man natürlich erwartet vom aktuellen Liebling des etwas anderen, spielerischen Blockbusters, Taika Waititi.
Und so bringt dieser verlässlich abgefahrene Details und unbändige Fabulierlust mit, lässt ein Touristenwikingerschiff von zwei zum Gotterbarmen schreienden Riesenböcken auf einem Regenbogenstream auf einem Miniplaneten bruchlanden, auf dem dann der vorletzte Showdown quasi in Schwarzweiß stattfindet und nur die Superwaffen der Götter farbige Akzente setzen, untermalt die großen Schlachtenmomente stilsicher mit einem Best of Guns’n’Roses und lässt uns tatsächlich die meiste Zeit vergessen, was für einen pathetischen Schnarchzapfen dieser Muskelthor doch in seinen ersten beiden Filmen darstellte. Das nennt man mal erfolgreiches Rebranding – vom Branagh-Schwulst zur Romantic Actioncomedy in nur zwei Filmen.
Die eingangs erwähnten Themen nimmt Waititi allerdings durchaus ernst, was nicht unbedingt hätte sein müssen, aber eine reine Actionkomödie wie bei den Guardians, die dem Film als willkommene Gaststars etwas Starthilfe geben und dann leider in den Weiten des Universums verschwinden, traut sich LOVE AND THUNDER dann doch nicht, obwohl auch James Gunn es ja schon immer verstanden hat, auch emotionale Zwischentöne ins kreative Chaos zu mischen. Hier wirkt die Ernsthaftigkeit jedoch immer wieder als kleine Spaßbremse und erst am Ende findet alles zu einem großen herzlichen Finale zusammen – auch wenn auf dem Weg dahin einige Opfer gebracht werden müssen.