Review

Tendenziell sind die Amis beim Kauf von Häusern ein bisschen doof, weil sonst kaum ein Horrorfilm mit düsteren Gebäuden zustande käme. Entweder sie informieren sich gar nicht über die Geschichte des Hauses, oder, was im vorliegenden Fall bekloppter ist, man ignoriert die morbide Vorgeschichte. Was Langfilmdebütant Spencer Squire aus dieser Grundlage bastelt, kommt jedoch nie über die Säulen eines Düsterhausfilms hinaus.

Sara (Emma Roberts) leidet seit der Geburt ihres Sohnes Liam unter postpartalen Depressionen. Ihr Mann Alex (John Gallagher Jr.) konnte sie zu einem Tapetenwechsel überreden und so geht es von der Stadt in ein abgelegenes Farmhaus, welches von einem Doppelmord vor vierzig Jahren überschattet wird. Schon bald hört Sara Kinderstimmen hinter einem Kleiderschrank…

…was fast schon das Gruseligste ist, - mal abgesehen von dem Weinebaby, welches gefühlt 90 der knapp 102 Minuten quengelt oder plärrt, während Sara die meiste Zeit neben sich steht und aufgrund ihrer psychischen Störung keine wirkliche Bindung zu dem Neugeborenen aufbauen kann. Die Exposition wird mit zwei Schüssen im Off abgehandelt, ansonsten werden immerhin einige Hinweise zur Historie des Hauses gefunden. Natürlich befinden sich nach Jahrzehnten auch noch persönliche Fotos, Kleider und ein Haarband im Haus, während mit Nägeln fixierte Fenster kaum Fragen aufwerfen, so dass man sie sicherheitshalber vernagelt lässt.

Die Effekte, die bestenfalls Schrecken oder gar Gänsehaut erzeugen sollten, kommen derweil nicht über eine Spieluhr, einen Fliegenschwarm und Kinderlachen hinaus, was selbst bei einem Pendant aus den 80ern bereits lahm gewesen wäre. Ein herumdrucksender Nachbar in Form von Michael Shannon treibt die Handlung ebenso wenig voran wie kurze Zwischenschnitte zu Alex in seiner Tätigkeit als Tierarzt, weil schlichtweg keine Spannung aufkommt, selbst als der Tunichtgut aus der Vergangenheit in Erscheinung tritt.

Die allgemeine Ereignislosigkeit führt zwangsläufig zu Langeweile, welche den kompletten Stoff durchzieht. Selbst als Drama versagt der Stoff, da ein Zugang zu Sara nur schwerlich gegeben ist und in nur einer Szene überhaupt so etwas wie Emotionen durchschimmern.
Der vermeintliche Showdown auf dem Dachboden ist bezeichnend für die uninspirierte Angelegenheit, denn auch hier sind weder Nervenkitzel noch eine zufrieden stellende Pointe gegeben.

Wenn selbst die bezaubernde Stimme von Luisa Wietzorek als Stamm-Synchro von Roberts nur einen geringen Trost liefert, während die ohnehin nur wenigen Mimen nie mehr als Dienst nach Vorschrift leisten und der austauschbare Score ebenso untergeht wie die komplette Geschichte kann man sich die Sichtung definitiv sparen. Denn abgesehen von den allenfalls angedeuteten Ängsten einer Mutter ist hier weit und breit kein wirklicher Horror spürbar.
3 von 10

Details
Ähnliche Filme