iHaveCNit: The Ordinaries (2023) – Sophie Linnenbaum – Port-Au-Prince-Films
Deutscher Kinostart: 30.03.2023
gesehen am 03.04.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 20:30 Uhr
Für originelle Ideen im deutschen Arthouse-Film bin ich immer sehr zu begeistern. Erst durch einen simplen Flyer darauf aufmerksam geworden reifte über Wochen in mir der Gedanke, ob ich mir Sophie Linnenbaums „The Ordinaries“ im Kino ansehen sollte. Aber bedingt durch eine Sichtung des Trailers und dem konkreten Auseinandersetzen mit dem Thema komme ich an diesem Film nicht vorbei. Die Sichtung hat das dann auch bestätigt.
Paula träumt von einem Leben aus Hauptprotagonistin in Filmen. Dafür besucht sie auch eine Schule für Hauptfiguren. Auch wenn ihre Mutter nur Nebenfigur ist, gibt ihr der Glaube an ihren Vater, der Hauptfigur gewesen ist, etwas Selbstvertrauen, dass sie es schaffen kann. Bis sie kurz vor der Abschlussprüfung steht und sich in dieser Zeit etwas mit der eigenen Vergangenheit und dem Geheimnis um ihren Vater beschäftigen möchte. Doch je mehr sie den Geheimnissen auf die Spur kommt und dabei auch in den Bereich der ausgestoßenen Outtakes vordringt, umso mehr kommen ihr sowohl Zweifel an der eigenen Herkunft und Identität als auch an der klar abgegrenzten Gesellschaft, in der sie lebt.
Eine Gesellschaft, die nach klaren Rollenverteilungen wie im Film mit all den entsprechenden filmischen Eigenschaften funktioniert klingt nach einem durchaus interessanten, originellen Konzept sowohl eine Gesellschaft zu zeichnen, als auch ein wenig kritisch und satirisch zu beleuchten. Das ist in all seinen kleinen, feinen Details „The Ordinaries“ sehr gut gelungen, weil es durchaus vieles gibt, an dem sich Filmfans und Cineasten erfreuen können. Inmitten dieser vielleicht etwas grauen und tristen, aber sehr liebevoll designeten Welt, bei dem sogar auch mit Musik, Sound und Schnitt ein sehr eigenes Gefühl und Atmosphäre unterstützt wird, kann es natürlich hier und da zu entsprechenden Momenten kommen, in denen das Konzept nicht mehr ganz zu Ende gedacht worden ist und sich ein paar Logiklücken in der Umsetzung des Konzepts auftun. Natürlich hat die gleichermaßen unterhaltsame und berührende Spurensuche der von Fine Sendel gespielten Paula durchaus auch mit ein paar Längen für mich zu kämpfen gehabt, aber dennoch hat mir der Film insgesamt sehr gut gefallen und gezeigt, wie originell Ideen auch sein können.
„The Ordinaries“ - My First Look – 8/10 Punkte.