iHaveCNit: Die Purpursegel (2023) – Pietro Marcello – Piffl Medien
Deutscher Kinostart: 06.07.2023
gesehen am 07.07.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 7 – 20:30 Uhr
Den zweiten Film aus dieser Woche, dem ich auch noch im Kino die Chance geben wollte ist der vom italienischen Regisseur Pietro Marcello inszenierte Film „Die Purpursegel“, der alleine schon von seinem Look interessant ist und mir hat die lose filmische Adaption eines Kinderbuchs des russischen Schriftstellers Alexander Grin sehr gut gefallen.
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs kehrt der vom Krieg gezeichnete Raphael in seine dörfliche französische Heimat, in der sich einiges verändert hat, zurück. Nicht nur seine Frau ist verstorben, im Dorf wird er auch ausgegrenzt, so dass der mit der Tochter seiner Frau Juliette in einem abgelegenen Hof unterkommt und dort mit Zusammenhalt der Ausgrenzung trotzt und Juliette ein wohlbehütetes Aufwachsen ermöglicht und sie an ein kreatives Leben heranführt bis ihr selbstbestimmtes Leben von einer Prophezeiung geprägt wird.
„Die Purpursegel“ ist ein Film der Kontraste. Inmitten seiner doch recht tragischen, bodenständigen, lebensnahen Geschichte ist der Film aber auch eine Art Märchen, das mit Klischees und Kitsch unterfüttert ist und das hier teilweise Gefahr läuft die Bodenhaftung zu verlieren. In 16 mm gefilmt hat der Film nicht nur eine sehr körnige, spröde, schroffe Optik zu bieten, die teils triste und teils farbenfrohe Farbpalette gibt dem Film einen für heutige Sehgewohnheiten einzigartigen und tollen Look, den man auf jeden Fall im Kino sehen und genießen sollte. Gemeinsam mit einer tollen Filmmusik und den perfekt auf die Geschichte abgetimmten Liedern ergibt sich ein audiovisuell tolles Erlebnis. Darüberhinaus ist der Film eine Liebeserklärung an die Wunder, die wir mit unseren eigenen Händen erschaffen können, wodurch auch in der Inszenierung der Fokus auf die Hände einen Sinn ergibt, egal ob wir es mit feinen, zarten Händen oder auch mit gegerbten, gezeichneten, schroffen Händen zu tun haben. Die Familien- und auch Liebesgeschichte selbst geht mit auch zu Herzen und lebt vor allem von den großartigen Darstellern wie Juliette Jouan in der Rolle der Juliette als auch Raphael Thierry in der Rolle des Raphael.
„Die Purpursegel“ - My First Look – 8/10 Punkte.