Es sollte eine tolle Überraschung werden, die sich Audun (Mathias Luppichini) und Pelle (Eirik Hallert) für ihren Kumpel Sebastian (Axel Bøyum) ausgedacht hatten: nämlich dessen Junggesellenabschied in Hessdalen, dem angesagtesten UFO-Hotspot Norwegens, zu feiern. Doch Sebastian ist gerade mit Wichtigerem beschäftigt: seit Jahren bemüht er sich, den exzentrischen Millionär Kasper (André Sørum) als Investor für seine Firma zu gewinnen - und der ist überraschenderweise gerade im Haus, weswegen der Mittdreißiger an seine bevorstehende Hochzeit erst einmal keinen Gedanken verschwendet. Doch leider läßt sich der großspurig auftretende Kasper nicht von Sebastians Präsentation überzeugen: er möchte diesen erst einmal kennenlernen, bevor er in dessen Firma inverstiert, meint er - und so wie der schmalbrüstige Bürohengst auftritt, ist das sicher eine stinklangweilige Nummer.
Da kommt Sebastian die zündende Idee: er verspricht dem Millionär ein super-aufregendes Wochenende, wie dieser es noch nie erlebt hat, nämlich in Hessdalen. Daß er damit seinen Junggesellenabschied meint, verschweigt er ihm geflissentlich, weiht aber seine Freunde Audun und Pelle ein. Und tatsächlich kommt der erlebnishungrige Mäzen in seinem Super-Sportwagen pünktlich zum Treffpunkt, wo das Trio mit seinem uralten VW-Transporter bereits wartet. Mit von der Partie ist auch Mikkel (Fredrik Skogsrud), der als Lebemann einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen hat als der auf seine Karriere bedachte Sebastian, dessen bester Freund er zu Schulzeiten einmal war.
Was die 5 allerdings nicht wissen können, als sie in Hessdalen ankommen, ist der Umstand, daß es dort nicht nur eine touristisch geprägte UFO-Infrastruktur gibt, sondern sich tatsächlich Aliens eingenistet haben, die von unwissenden Menschen Besitz ergreifen. Erkennbar an grün leuchtenden Augen treffen sie schon bald auf Sebastian und seine Freunde, deren ganze Phantasie für ein "tolles Wochende" sich in gemeinsamen Ratespielen am Wohnzimmertisch erschöpft, was den Millionär schnell zu Tode langweilt. Bevor der aber wieder abhauen kann, wird am benachbarten Paintball-Gelände ein bißchen herumgeballert, bevor Mikkel und Sebastian ihre LaserTag-Ausrüstung hervorholen - schließlich waren die beiden in dieser harmloseren Paintball-Variante zu Schulzeiten ein Top-Team. Und diese Fähigkeiten sind auch jetzt wieder gefordert, sind die Infrarot-basierten LaserTags doch ein probates Mittel, mit Horden von Alien-Zombies fertig zu werden...
Einigermaßen schräg und durchsetzt mit reichlich Pennäler-Humor beginnt die unter der Regie von Martin Sofiedal entstandene norwegische Alien-Komödie Blasted, bevor sich die Freunde und Kollegen ganzer Horden außerirdischer Zombies mit grünfunkelnden Augen erwehren müsen, was ihnen immer so gerade noch gelingt. Hilfe können sie zunächst keine erwarten, da die örtliche Polizei UFO- und Alien-Meldungen schon als running gag abtut, so oft wie diese eintrudeln. Und so muss das Kleeblatt und ihr schwerreicher Begleiter ganz auf sich allein gestellt ausharren, wobei die ehemaligen Freunde Sebastian und Mikkel umständehalber wieder zueinander finden.
Reichlich Slapstick und Situationskomik prägen diese skandinavische Komödie, wobei die Dialoge - man könnte auch sagen, das permanente Gequassel - klar im Vordergrund stehen, während die optischen Effekte sich zunächst nur auf die computergeneriert grünen Augen der von Aliens Befallenen beschränken. In Zusammenhang mit der von Drehbuch und Regie favorisierten, hierzulande jedoch wenig bekannten Sportart LaserTag ergibt sich dann etwa ab Filmmitte ein farbenfohes Blitzgewitter, das zum Ende hin an Intensität zunimmt und vorhersehbarerweise in einem Sieg der Freunde über die bösen Aliens endet.
Logisch ist dabei gar nichts, angefangen vom Exzentriker, der sich tatsächlich breitschlagen läßt, die zwar sympathischen, aber keineswegs besonders originell wirkenden Freunde zu begleiten, über die schwangere Polizistin Hjørdis, die einfach nicht an echte Aliens glauben will und entsprechend langsam Maßnahmen ergreift bis hin zu den harmlosen Infrarot-Impulsen der LaserTag-Waffen, mit denen die Zombie-artigen Alien-Menschen tatsächlich erledigt werden können. Aber um Logik oder Glaubwürdigkeit geht es in dieser Komödie ohnehin nicht, vielmehr könnten sich jung gebliebene ehemalige Videospielfreunde und Gamer von dem zunehmenden Bling-Bling angesprochen fühlen, schließlich taucht am Ende, quasi als Zugabe, dann noch ein Endgegner in Form eines richtig aufgeblasenen, fetten Aliens auf.
Die eingestreuten Gefühlsmomente, wenn die ehemaligen Freunde Sebastian und Mikkel wieder ein eingeschworenes Team bilden oder wenn der Millionär unter Tränen gesteht, im echten Leben gar keine Freunde zu haben, fallen jedoch übermäßig dramatisiert und so holzschnittartig aus, daß sie nur als völlig mißlungen bezeichnet werden können.
Fazit: nette Komödie ohne größeren Anspruch um bizarre Aliens in Norwegen, mit trotz ihrer Überzeichnung wenigstens nicht unsympathischen Filmcharaktären. Die Gags und Witzchen bewegen sich auf demselben durchschnittlichem Niveau wie die Computeranimationen, und wer mit LaserTags nichts am Hut hat, wird sich besonders am Schluß vielleicht langweilen. Blasted kann man sich geben, ist aber auch schnell wieder vergessen: 5 Punkte.