Das achte kulinarische Abenteuer im bayrischen Niederkaltenkirchen offenbart nunmehr leichte Abnutzungserscheinungen. Jedoch sind Regisseur Ed Herzog und sein Team seit dem 2013 erschienenen „Dampfnudelblues“ so eingespielt, dass die titelgebenden Guglhupfe allenfalls leicht angebräunt schmecken.
Eigentlich sollte sich Dorfpolizist Eberhofer auf sein anstehendes, zehnjähriges Jubiläum freuen, doch ein Brandanschlag auf den hiesigen Lottoladen mit einer Toten trübt die Freude gewaltig. Zumal Lotto-Otto, der Sohn der Getöteten einige Geheimnisse um Glücksspiel und Geldeintreiber mit sich herumträgt…
Die Kriminalfälle auf Grundlage von Rita Falk waren nur selten zum Mitraten geeignet und auch hier ist eher der Weg das Ziel, um sich vermehrt um die skurrilen Figuren und ihre Eigenheiten zu kümmern. So steht anbei eine Vaterschaft im Raum, irgendwer im Ort hat das sprichwörtliche große Los gezogen und ein dreibeiniger Hund mischt ebenso mit wie ein Casino und ein dubioser Autohändler in Tschechien.
Immerhin gibt es zwei neue Nebenfiguren. Leider fällt die des Lotto-Otto eher plump aus und sorgt kaum für Erheiterung, wogegen das Zusammenspiel zwischen Ex-Kollegen Rudi und seiner neuen Weltverbesser-Freundin Theresa zu den kleinen Höhepunkten zählt. Derweil wird der Nachwuchs von Eberhofer und Dauerfreundin Susi kurzerhand in einen Ausflugsbus verfrachtet, weil er ansonsten im Drehbuch gestört hätte.
Während sich der eigentliche Fall nach anfänglichen Turbulenzen im Mittelteil eher langsam entwickelt, nimmt er gegen Finale beinahe die Form eines Western-Showdowns an und es wird so einiges geschwadert. Bei alledem kommt der berühmte Kreisverkehr nicht zu kurz, wogegen Flötzinger mit einer Hip-Hop-Einlage jenseits von Gut und Böse chargiert.
Obgleich die Provinz-Komödie mit teils achtfach aufgewärmten Gags daherkommt und frische Ideen weitgehend auf der Strecke bleiben, so haben sich die Figuren inzwischen als Selbstläufer eingespielt. Etwas frischer Wind täte allerdings auch einer eingeschworenen Gemeinde wie Niederkaltenkirchen mal ganz gut.
6,5 von 10