kurz angerissen*
Das „Geschwader“ in „Guglhupfgeschwader“ meint schon mehr als den Aufmarsch der Backtanten, die in einer Einstellung gegen Ende des Films in militärischer Synchronizität ihre Napfkuchen auffahren, um Eberhofers Dienstjubiläum zu feiern. Ungewöhnlich schwer bewaffnet sind nämlich diesmal auch die Kriminellen. Da werden Finger abgeschnitten, Lottobuden zuerst durchlöchert und dann mit Molotowcocktails in die Luft gejagt, und schließlich gerät sogar noch der Bauernhof von Papa Eberhofer in einen Kugelhagel, so dass man sich eher in einem Western wähnt als im gemütlichen achten Teil einer Reihe beschaulicher Heimatkrimis.
Soll heißen: Ed Herzog trägt gemessen am Rahmen diesmal vielleicht etwas zu dick auf, wenn er halb Niederkaltenkirchen in Schutt und Asche legt. Wir sind ja hier schließlich nicht bei Sergio Leone. Der Suspension of Disbelief leidet ein wenig unter dem Dauerbeschuss; in der Häufung ist das ungefähr so plausibel wie ein Chuck-Norris-Cameo in der örtlichen Metzgerei beim Bestellen einer Leberkässemmel. So entsteht dann schnell der Verdacht, es müsse etwas kompensiert werden.
Dabei ist das gar nicht der Fall. Abseits der Schießbuden weiß Herzog die Fäden des letzten Teils gekonnt aufzunehmen und nahtlos in neue Handlungsstränge einzufädeln, ohne das Ergebnis konstruiert wirken zu lassen. Johannes Berzl als einfältiger „Lotto-Otto“ treibt die Haupthandlung mühelos voran und sorgt langsam, aber sicher für einen Strudel aus Chaos in dem fiktiven Münchener Vorort, der trotz seiner Abgeschiedenheit fest in den Fängen organisierter Kriminalität zu sein scheint, für die so 'a Buam perfektes Jagdwild sind. Rudi präsentiert seine neue esoterische Freundin, der bereits im Vorgänger eingeführte dreibeinige Hund nimmt langsam den Platz von Publikumsliebling Ludwig ein und ist schon jetzt ein Charmebolzen, und ja, irgendwie akzeptiert man sogar den äußerst unwahrscheinlichen Subplot um einen unerwarteten Lottogewinn bereitwilliger als die Baller-Eskapaden zwischendurch.
Beachtlich, dass sich auch nach acht Filmen noch keine Müdigkeit einstellen mag. Nur die doppelte Rap-Einlage (einmal in der Mitte, einmal im Abspann), die hätte man sich besser wieder gespart. Oma Eberhofer würde es Cringe Deluxe nennen.
(6.5/10)
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