Prinzessin Arschtritt
Mit „The Princess“ kriegt die vietnamesische Actionspezialistin Le-Van Kiet ihre erste Hollywood-Feuertaufe - und schafft eine ganz eigenen Interpretation der klassischen (Disney-)Prinzessin a la Rapunzel oder Schneewittchen. Hier muss sich die junge Thronfolgerin nämlich den kompletten Turm hinunter gegen ihre Kidnapper in die Freiheit kämpfen… Fehlt also nur noch der gelbe Trainingsanzug und Bruce Lee wäre stolz? Oder ein Hundemord und Mr. Wick wäre das? Nicht ganz. Aber es geht in die Richtung.
Rapunzel lass dein Schwert herunter
Man merkt „The Princess“ seine ostasiatischen Ursprünge und Connections definitiv an. Eine klare Grundidee, fast wie in „Game of Death“ oder „The Raid“. Fast nur Kampf, Krawall, Chaos im Turm. Videospielvibes. Von Level zu Level zu Level. Keine wirklichen Charakterisierungen, wenn dann nur sehr bemüht und in aufgesetzten Rückblenden. Aber wer für die Action gekommen ist, wird bedient. Klar ist das nicht so hart wie im Eastern oder den Vorbildern von „Dredd“ bis „John Wick“. Aber definitiv auch nicht zimperlich. Kinderprogramm sieht anders aus. Und wenn dann ist’s für die etwas älteren Kinder, die das erste Mal in blutigere Action schnuppern wollen. Hier werden durchaus Leute aufgespießt und Köpfe abgetrennt - als Warnung und Verlockung zugleich, nenne ich das. Die mittlerweile gar nicht mehr so kleine Joey King macht das bravurös, es gibt sogar ein paar echte Choreos und Longshots. Sicher kein körperlich leichter Dreh. Hinzu kommen das halsbrecherische Tempo, keine Minute zu viel auf der Uhr und eben diese neue, knochenbrechende Herangehensweise an eine „hilflose Prinzessin“. Wer etwa den „Furie“ der Regisseurin mochte, wird auch diesem Sack voller Sacktritte etwas abgewinnen können.
Fazit: ungewöhnliche und kampfzentrierte Prinzessinnenstory - voller Hiebe, ohne Liebe, mit Kicks, ohne singende Chicks, mit Fleischwunden, ohne Bonusrunden. Schwungvolles Actionkino, aber eher für Einsteigerinnen in diesem Metier.