Review

Deadstream ist ein Found-Footage-Horrorfilm aus dem Jahr 2022, der weit besser funktioniert, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Als ich das Konzept gelesen habe – ein in Ungnade gefallener Streamer, der in einem angeblich verfluchten Haus übernachten will, um seine Klickzahlen wiederzubeleben – habe ich ehrlich gesagt mit Trash gerechnet. 

Doch was man bekommt, ist überraschend unterhaltsam, atmosphärisch dicht und stellenweise wirklich lustig.

Der Film lebt stark vom Hauptdarsteller (Joseph Winter, der gleichzeitig auch Co-Regie führt), der die Rolle des narzisstischen, aber dennoch irgendwie sympathischen Streamers mit vollem Körpereinsatz spielt. 

Seine Performance ist durchgehend engagiert und trägt den Film fast allein. Seine Mischung aus Panik, Humor und Verzweiflung wirkt glaubhaft und treibt die Handlung gut voran.


Technisch ist Deadstream für einen Found-Footage-Film erstaunlich hochwertig umgesetzt. Kameraarbeit und Schnitt sind durchdacht, die Effekte überzeugen – sie sind handgemacht, teilweise herrlich überzogen und erinnern gegen Ende deutlich an Evil Dead bzw. Tanz der Teufel 2. Gerade dieser letzte Akt bringt viel Chaos, Splatter und grotesken Humor mit, der Fans dieser Klassiker sicherlich gefallen dürfte.

Was dem Film fehlt, ist eine wirklich originelle Grundidee – aber das wird durch die relativ starke Umsetzung wettgemacht. Er ist kein Hollywood-Blockbuster, aber auch kein billiger Schnellschuss. Die Balance zwischen Grusel, Gore und Comedy gelingt erstaunlich gut, und man merkt, dass hinter dem Film echtes Herzblut steckt.


Fazit:

Deadstream ist ein kleiner Genre-Geheimtipp, der mit viel Enthusiasmus und einem gut aufgelegten Hauptdarsteller punkten kann. Er bietet solide Horrorunterhaltung mit charmantem Retro-Flair und einer Prise Streaming-Satire.

Definitiv sehenswert, besonders für Fans von Evil Dead, Found-Footage und schwarzem Humor.

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