Review

Eine privat wie beruflich von Chauvinisten umgebene Werbefachfrau (Yvette Mimieux) lässt ihr altes Leben hinter sich und bricht in eine andere Stadt auf. Unterwegs wird sie beraubt, sexuell bedrängt und schließlich wegen fehlender Personalien inhaftiert. Als ein Wachmann (Fredric Cook) sie vergewaltigt, erschlägt sie ihn und ergreift mit einem Verbrecher (Tommy Lee Jones) aus der Nachbarzelle die Flucht…

Ein spannender Reißer aus Roger Cormans Spektakelschmiede, der sich in der Schilderung einer frauenfeindlichen Welt ohne verlässliche Anlaufstellen zwar so manche Vereinfachung und vorlaute Übertreibung herausnimmt, aber gerade wegen solcher Sorglosigkeiten umso mehr beeindruckt durch seine plötzliche Empfindsamkeit im Umgang mit schwierigen Szenen und heiklen Themen. Yvette Mimieuxs zerbrechliches, aber nie Mitleid heischendes Spiel lässt nicht nur die Untaten der Aggressoren zu einer beklemmenden Erfahrung werden, sondern auch die seelischen Folgeschäden der Übergriffe auf nahe gehende Weise fühlbar werden. Eine gelungene Ballade über die Ungerechtigkeit der Welt, die nicht mit Vorwürfen gegen die gescheiterten Freiheits- und Gerechtigkeitsideale Amerikas spart und zum Nachdenken anregt über eine Gesellschaft, die den Fügsamen systematisch in die Gesetzlosigkeit zwingt und den Gesetzlosen verächtlich austilgt.

Details
Ähnliche Filme