Review

Der Löwenanteil


Regisseur Baltasar Kormakur hat schon mit „Everest“ oder „2 Guns“ bewiesen, dass er sehr konzentriert, sauber und spannend abliefern kann. Gerade das Thema „Natur gegen Mensch“ scheint ihm am Herzen zu liegen. Nun lässt er Idris Elba in der afrikanischen Steppe gegen einen blutrünstigen Löwen kämpfen - und auch dieser waschechte Creature Feature erfüllt seinen Zweck als unterhaltsamer 90-Minüter voll und ganz! 

„Beast“ ist ziemlich genau ein Film, dem man früher zufällig zu später Stunde im TV über'n Weg lief, der einen wach gehalten und positiv abgeholt, mitgenommen, überrascht hätte. DTV-Arbeiterklasse mit Sympathieeffekt. Netflixware in gut. Mit Elba macht man als kämpfende Vaterfigur sicher nichts falsch. Die Mädels sind gerade für Jungdarstellerinnen keineswegs daneben. Sharlto Copley ist eh ein zu selten benutzter Schatz. Die Charaktere verhalten sich kaum dumm oder unüberlegt. Das Ganze gleitet erfreulich wenig in Trash ab. Die Effekte sind für diese Filmliga famos. Die vielen Longshots und intensiven Kamerafahrten verleihen viel „Mittendrin“-Gefühl. Das Ende ist klar und logisch. Das Setting ist hübsch und sichtbar wirklich vor Ort gedreht. Handwerklich top Arbeit alles. Wenn man damit leben kann, dass sich selbst der aggressivste Löwe der Wildbahn nie so verhalten würde und man nie aus dem Kopf verliert, dass es in echt keineswegs monströse Killermaschinen sind, dann hat man kaum Grund „Beast“ böse zu sein. Ein Gamechanger ist’s aber natürlich ebenso wenig. Solides Futter. 

Fazit: völlig brauchbarer und straighter Survivalthriller/Tierhorror zwischen „Cujo“, „Lion King“ und „Roar“. Und anders als etwa in „The Grey“: hier kämpft der Star wirklich gegen die „Bestie“! 

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