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Nahezu jede Generation erhält ihre Slasher und während einige aus den Achtzigern aufgrund vermeintlicher Härten auf dem Index landeten, scheint die Mehrheit der zeitgenössischen Ausgaben entweder weichgespült oder mit CGI voll gepumpt zu sein. Letzteres trifft leider auch auf vorliegendes Werk zu.

Ein paar reiche Zwanzigjährige treffen sich für eine Hurricane-Party in einem opulenten Ferienhaus. Doch aus einem makaberen Partyspiel wird rasch ernst, als jemand mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden wird. Unter den Gästen macht sich Misstrauen breit und gegenseitige Beschuldigungen nehmen zu…

Die niederländische Regisseurin Halina Reijn ist zwar selbst ein Kind der 80er, hat die so genannte Generation Z jedoch recht gut studiert und einen Großteil der ihnen zugeschriebenen Attribute bewusst überzeichnet. Statt Leserbriefe gibt es Twitter, statt Stammtisch gibt es Podcast, aus Brieffreundschaft wird Tic Toc und anbei sind alle mindestens queer und leuchten die schummrigen Räume mit solchen Geräten ab, die wohl auch zum Telefonieren gedacht sind.

Sympathieträger sind bei alledem nur schwer auszumachen, zumal sich das Kollektiv fast ohne Ausnahme der hemmungslosen Einnahme von Koks und anderen Rauschmitteln hingibt und bereits beim titelgebenden Gesellschaftsspiel um eine Leiche und dem Täter erste Intrigen gesponnen werden, die im Verlauf schärfer werden. Immerhin wird die Chose passabel performt und einige Dialoge erscheinen schnittig bis pointiert, wogegen die Situationskomik, vor allem aber die blutigen Konfrontationen deutlich zu kurz kommen.

Nach dem ersten Leichenfund könnte es ja einigermaßen blutig und bestenfalls kreativ fortgeführt werden, doch fast alle Taten finden im Off statt und außer einigen Wunden ist nichts explizites auszumachen. Das Whodunit wird zwar quasi reihum gespielt und jeder steht mal im Fokus der Verdächtigungen, aber zwischenzeitlich lässt das Tempo spürbar nach und mit jedem Ableben sinkt die Wahrscheinlichkeit, die Chose letztlich logisch aufklären zu können.

Mit einem kleinen Twist klärt sie sich doch auf, was den Gesamteindruck jedoch kaum aufwiegt. Zu wenig wird in die Wagschale geworfen, zu mutlos finden die Auseinandersetzungen statt und das Mitfiebern ist aus oben genannten Gründen kaum möglich.
Es mangelt an Schauwerten und frischen Ideen und allenfalls ein wenig Zynismus und ein paar bissige Seitenhiebe verhindern das Absinken in die völlige Belanglosigkeit.
5 von 10

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