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Wenn ein B-Actioner eine routinierte Besetzung benötigt, greifen Filmemacher gerne auf Frank Grillo zurück, der offenbar für jeden Blödsinn zu haben ist. In vorliegendem Werk wirkt er jedoch sichtlich unterfordert, was nicht zuletzt am äußerst dünnen Drehbuch liegen dürfte.

Oklahoma: Doc (Grillo) gerät in die Schusslinie, als der lokale Gouverneur ein Drogenkartell ins Visier nimmt. Cuco, eigensinniger Vertreter der Drogengangster, entführt kurzerhand Docs Tochter, der diese Aktion natürlich nicht auf sich sitzen lässt…

Da es „Taken“ bereits in einigen Varianten gibt und ein Liam Neeson für eine eher günstige Produktion unerschwinglich gewesen wäre, muss Grillo die Ein-Mann-Armee verkörpern. Immerhin steigt die Action nach weniger als einer halben Stunde ein, doch leider kommt diese nie über Schusswechsel hinaus.

Die simple Story und die kaum vorhandenen Charakterisierungen bilden das auffälligste Manko der Geschichte. Hauptfigur Doc ist wohl irgendwie korrupt und mischt auf beiden Seiten mit, wodurch er rasch zur Zielscheibe wird. Auch der Endgegner zeichnet sich kaum durch etwas aus außer dem latenten Tragen einer Sonnebrille, die er selbst im Halbdunkeln nicht absetzt. Zwar versucht die Erzählung zwei, drei Male zwischenmenschliche Töne einzubinden, doch angesichts zahlreicher Klischees und Oberflächlichkeiten nehmen die nur Drive heraus. Gleiches gilt für unangemessene Lückenfüller wie Karaoke für Dragqueens oder ein kurzes Treffen mit der Ex.

Anfangs vermag das blutige Vorgehen des Rächers noch einigermaßen mitzunehmen, doch mit der Zeit gesellen sich unverhältnismäßig viele unbeteiligte Opfer hinzu und folgerichtig schwinden die Sympathien für den gehetzten Vater zusehends. Zumal Zivilisten eliminiert werden, die noch nicht einmal als Zeuge hätten befragt werden können.

Entsprechend ermüdet das Geballer vorzeitig, der Held, der wahrscheinlich mindestens im Irak gedient hat, ist überdies kaum verwundbar und da es außer den Schusswechseln keine weitere Action zu verzeichnen gibt und noch nicht einmal eine Klopperei oder eine Verfolgung eingebunden werden, zieht sich der Stoff merklich.

Dabei bleibt die Inszenierung weitgehend unauffällig, gleiches gilt für nahezu sämtliche Mimen, die ihr Programm ohne sichtliche Motivation müde abspulen. Auch der Score geht völlig unter und bezeichnenderweise hinterlässt selbst das überraschungsfreie Finale keinen Eindruck. Trotz des enormen Bodycounts mangelt es an Nervenkitzel und Suspense, an kreativen Einfällen fernab sattsam bekannter Abläufe sowieso.
4 von 10

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