Review

„Phase IV“ gehört für mich zu den besten Tierhorrorfilmen, wenn man sie so nennen will. Kein Klamauk, ein ernster, wenn auch fiktiver Hintergrund runden diese Perle des Horror- und Thrillerfilms ab.


Im Weltraum passieren eigenartige Dinge, Wissenschaftler aller Richtungen befürchten gravierende Veränderungen für die Menschheit. Nur der Biologe Dr. Ernest Hubbs erkennt eine weitere Gefahr, die von kleinen Lebewesen ausgeht: Ameisen. In einer leblosen Gegend in Arizona scheinen die natürlichen Feinde der Ameisen zu verschwinden, eine Katastrophe droht. Zusammen mit dem Kryptologen James Lesko beginnt Hubbs die Untersuchung. Dabei erkennen beide, dass sie einer neuen Spezies von Ameisen gegenüberstehen. Diese denken, können sich mitteilen uvm. Selbst gegen Gift wappnen sich die Ameisen sehr schnell.
Als die Ameisen noch eine Familie von Farmer angreift, die den Ort nicht verlassen wollen, stößt noch die junge Kendra als einzige Überlebende zu ihnen. Doch die Lage wird immer hoffnungsloser, denn die Ameisen sind den Menschen schon mehr als nur einen Schritt voraus. Und sie wollen was...


Schon allein Anfangssequenz ist mehr als beeindruckend. Saul Bass präsentiert uns nach kurzer Erklärungsphase, was mit der Welt gerade geschieht, nur unter dem Einfluss der Musik, wie die Ameisen leben, sich verständigen, alles faszinierend gefilmt.
Hinzu kommt, dass der Film zu Begin ein reines 2 Personen Stück ist, welches nur in dem kleinen Forschungslabor spielt, in denen Hubbs und Lesko gegen die Ameisen kämpfen.
Was anfangs noch recht normal wirkt, wird im späteren Verlauf ein Kampf auf Leben und Tod, welches der Mensch nicht gewinnen kann.

Auch schauspielerisch überzeugt „Phase IV“. Wir sehen, wie zwei Wissenschaftler zumindest stark von ihrer Linie abweichen und spätestens gegen ende einer von ihnen den Kampf gegen die Ameisen gar persönlich nimmt, die Gefahr nicht mehr erkennt oder erkennen will, nicht rational handelt. Auch dadurch, dass die Wissenschaftler nur in einer Art Zelt leben und forschen wirkt alles klaustrophobischer. Sie werden beobachtet, schon direkt am Anfang sehen wir eine klasse Perspektive, wenn beide erst mal beraten, wo man die Forschungsstation aufstellt, plötzlich wechselt die Perspektive zu einer Froschperspektive und wir sehen durch die Facettenaugen einer Ameise, immer unterlegt mit stimmiger und gruseliger Musik.

Natürlich driftet die Geschichte zumindest später stark ins fiktionale ab. Hyperintelligente Ameisen, denen selbst der Mensch scheinbar nicht mehr gewachsen ist, Ameisen, die sich per Mathematik verständigen mit den Menschen, alles recht unrealistisch natürlich. Aber „Phase IV“ schafft auch diesen Effekt glaubwürdig rüberzubringen. Man stellt sich schon die Frage, ob so was je möglich sein könnte, dass sich Tiere wissentlich gegen den Menschen wenden? Zumindest nach Saul Bass wäre dies eine grauenhafte Vorstellung.


Fazit: „Phase IV“ ist ein Klassiker des Horrorfilms der alten Schule, welcher noch ohne Blutvergießen etc. auskommt. Die Atmosphäre macht den Film so beklemmend mit einigen hervorragenden Ideen (gelbe Ameisen, Ameisen wollen die Menschen praktisch grillen etc.).
Das offene Ende überzeugt ebenso und passt zum Film. Es bleiben genug Fragen offen, auch die Frage, wie man die Ameisen schlussendlich einschätzen soll. Sind sie gut oder böse? Jeder mache sich ein Bild davon. Anschauen sollte man sich den Film so oder so.

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