Phase IV
Hier hat man wahre Filmkunst und wider ein deutliches Indiz dafür, dass man früher speziell in den 70er Jahren wusste, was Filmkunst bedeutet. „Phase IV“ ist so ein mit Liebe produzierter Film von 1974 der zeigt, dass es sich lohnt, Risiko und Experimentierungsgeist im Filmbereich einzusetzen. Absolut kein Vergleich mit diesem billigen Hollywood Filmen von der Stange, die lieblos dahin geschludert werden. Wo durch billige CGI mehr versaut wird als alles andere. „Phase IV“ hingegen bleibt im Gedächtnis, da der Film allein schon von den Bildern und der untermalten Musik spricht ohne hektische Schnitte und sonstigen Blödsinn. Der Film ist nicht nur dadurch Kult, sondern vor allem wegen dem atmosphärischen Anspruch. Und man darf nicht vergessen es handelt sich um einen Science-Fiction Tierhorror.
Die Atmosphäre ist wirklich genial, gleich am Anfang die Einleitung und speziell die Nahaufnahmen der Ameisen ist brillant in Szene gesetzt. Das hält sich den ganzen Film über so und bekommt seinen Höhepunkt mit den Zeitlupenaufnahmen. Die Regie und Kameraarbeit ist absolut Top. „Saul Bass“ ist hier echt ein Meisterwerk gelungen.
Über die Story und die schauspielerische Leistung lässt sich streiten, in der Tat wirken die zwei Hauptdarsteller etwas flach und so manch Dialog ist etwas merkwürdig. Die Story hingegen ist zumindest interessant und durchdacht, auch wenn das Ende etwas unspektakulär ist. Der Film lebt einfach von der atmosphärischen Wirkung und den Bildern.
Fazit: Von mir aber ganz klar eine Empfehlung und nicht nur an die Nostalgiker. Der Streifen hat Klasse und ist allein wegen den Bildern sehenswert. Wer aber auf schnelle Schnitte und Hektisches Blockbuster Kino steht, sollte einen weiten Bogen um den Film machen.
Bewertung:
Schade dass heute solch Filmperlen nicht mehr gedreht werden. Für sehr gute Unterhaltung mit Anspruch auf ganz hohen Niveau ganz klar 9,2 (9) Punkte.