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Mit seinem Regiedebüt scheint der italienische Regiedebütant Riccardo Chemello internationale Gefilde anzustreben: Gedreht in Rumänien, besetzt mit Mimen aus Großbritannien, Schweden und Australien setzte er Teile eines Comics um, was in seiner Erzählform jedoch ein wenig fragmentartig anmutet.

1992 auf dem Balkan: Der Krieg tobt, während Harlan und sein Kumpel Yuri als Betrüger durch die Lande ziehen, um das vermeintlich Böse auszutreiben. Da wird er vom Kommandanten Kurjak rekrutiert, da dessen Trupp in einem Dorf auf blutleere Leichen stieß, was augenscheinlich auf den Angriff von Vampiren zurückzuführen ist. Doch Harlan, der halb Mensch und halb Vampir ist, ahnt noch nichts über seine Bestimmung als Vampirjäger…

Das Budget von rund 15 Millionen Euro hat Chemello nicht immer optimal genutzt, denn speziell in Sachen CGI gibt es frappierende Unterschiede, wie die Exposition in vielen Belangen untermauert. In den ersten Minuten gibt es bereits einen kleinen Overkill an magischen Blitzen und einer künstlichen Landschaft, als Vampir Gorka die Geburt von Harlan zu verhindern sucht.

Jener Harlan bleibt figurentechnisch erschreckend blass und auch die Chemie zwischen ihm und Yuri ist nicht von langer Dauer, noch erfährt diese einen Hintergrund. Harlan ist ein Trinker und Scharlatan und wird zwischenzeitlich von Alpträumen geplagt, doch eine heldenhafte Persönlichkeit markiert dieser Typ, bis auf die markante Frisur beileibe nicht, zumal dem Ganzen ein Augenzwinkern völlig abgeht.

Was hingegen sofort packt, sind die Kulissen. Die teils heruntergekommenen Dörfer, die authentisch wirkenden Einwohner, dazwischen einige Ruinen und urige Landschaften bilden ein atmosphärisches Setting, bei dem nur manchmal ein wenig zu viele Farbfilter zum Einsatz kommen. Die wenigen Vampire  sind indes zwar passabel gestaltet, doch weniger ist manchmal mehr, wenn es um theatralisches Fauchen geht, - man wäre auch ohnedies auf die Identität von Blutsaugern gekommen. Da es sich um vergleichsweise moderne Vampire handelt, können sich diese blitzschnell bewegen, während Obervampir Gorka darüber hinaus telepathische Blitze versenden kann.

Insofern kann sich die Action phasenweise durchaus sehen lassen, gepaart mit etwas Body Horror und Feuereinsatz. Die solide Kamera liefert stets übersichtliches Material, die Choreo der wenigen Fights geht okay, nur fallen die Strecken zwischen den Actionszenen deutlich zu lang aus und sind zudem mit teils unnötigem Füllmaterial gestreckt. Auch etwas mehr Blut hätte in Anbetracht von Blutsaugern durchaus fließen dürfen.

Darstellerisch ist bis auf wenige Ausnahmen von Overacting nichts anzukreiden, der Score liefert passabel und das Finale kommt mit genügend Wumms daher, um einige Durchhänger davor zu kaschieren. Allerdings wirkt die Geschichte in einigen Belangen unvollständig, da manche Randfiguren gar nicht erklärt werden, während andere Verbindungen schlicht hingenommen werden müssen. Für ein Debüt sieht das Ganze nicht schlecht aus, jedoch erhalten Vampirfreunde unterm Strich zu wenige Lichtblicke, um innerhalb der 109 Minuten auf angemessene Weise mitfiebern zu können.
5,5 von 10


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