Promille & Patriotismus
Zac Efron spielt einen jungen Mann, der außer Spaß haben und Ausschlafen wenig zur amerikanischen Gesellschaft beiträgt. Er ist nicht bei vielen seiner Freunden drüben im Vietnamkrieg - er geht aber noch viel weniger mit seiner Schwester auf Friedensproteste. Doch als er sowohl von seiner Familie als auch seinen Kumpels immer wieder angestachelt und indirekt auf seine „große Klappe mit wenig dahinter“ angesprochen wird, kommt ihm in einer halben Bierlaune die Idee, den Jungs in Übersee wenigstens mit echtem amerikanischen Bier die immer weiter sinkende Moral und Laune zu verbessern. Was sich natürlich auf einem Bierdeckel in der heimischen Lieblingskneipe leichter liest als dann tatsächlich im schwitzigen Dschungel Vietnams…
Dosen & Posen
Zack Efron spielt schon lange nicht mehr nur tanzende und trällernde Teenager. Sogar schon Väter hatte er im Repertoire. Zeiten ändern sich in der Tat. „The Greatest Beer Run Ever“ auf Apple+ findet ihn irgendwo zwischen diesen beiden Phasen seiner Karriere. Seine Figur durchläuft eine erstaunliche Reifung und erreicht durchaus eine Tiefe, die seinem Star einiges abfordert und insgesamt Spaß macht. Durch die Dollar des angebissenen Apfels sieht das Teil durchgehend schnieke aus (wie fast alle Produktionen dort), es ist definitiv mal eine andere Herangehensweise an den Vietnamkrieg. Er predigt wenig, er lässt durchaus eigene Entschlüsse und Erkenntnisse zu. Dumm gesagt: „Saving Private Ryan“ meets „Bierfest“. Ungewöhnliche Mische. Etwas mehr Schärfe und Härte und Kante hätten wohl noch sein gedurft. Ein noch tollerer Soundtrack dieser Zeit ebenso. Da kommt erschreckend wenig in Sachen Style und Drive. Etwas steril und statisch. Aber insgesamt passt das schon. Ein Prestigeprojekt und Starvehikel, dass deutlich unter den Radaren hergeflogen ist. Kann man mal entdecken. Menschlich, ehrlich, anklagend, aber nie zu kitschig oder predigend.
Fazit: Bier, Vietnam und Efron - diese ungewöhnliche Kriegsgeschichte auf Apple+ hat trotz dem speziellen Ansatz einige Klischees und weniger Humor als man erwarten könnte. Dennoch ist die (wahre) Geschichte und Herangehensweise an das amerikanische Vietnamtrauma Grund genug zwei Stunden zu investieren - und die Frau guckt den sicher aus ihren ganz eigenen Gründen gerne mit!