Dean macht einen Dokumentarfilm. Gewöhnlich ist daran wenig, denn in der von ihm gerade bewohnten Airbnb-Wohnung filmt er Marcel, eine kleine sprechende Muschel. Und diese hat Schuhe an. Marcel lebt dort mit seiner Großmutter und erzählt aus seinem Alltag – und dass seine Familie fortgegangen ist. Nicht ganz freiwillig, weswegen die drei einen Versuch starten, diese wiederzufinden.
Die Unternehmungen hierzu sind ganz nett anzusehen und bergen ein paar interessante Entdeckungen, aus Marcels Sicht. Denn dieser wird sich nicht nur der Größe seiner Umgebung, sondern auch der Reichweite des Internets bewusst. Und dass die meisten Leute, die dort kommentieren, ziemlich nutzloses Verhalten an den Tag legen.
Bindung und Suche nach Gemeinschaft, zentrale Punkte in dem Film von Dean Fleischer-Camp. Dabei basiert das Werk auf seinem eigenen Kurzfilm, der wie die Langversion im dokumentarischen Stil gehalten ist und die Stop-Motion-Muschel die gesamte Zeit hindurch begleitet. Das ist niedlich – und man merkt, dass es das auch sein soll. Was in der Kurzfilm-Dosis besser funktionieren mag, nutzt sich hier irgendwann ab. Auch ging mir Marcels Stimme irgendwann auf den Zeiger und alles wirkt auf die Grundidee hingeschneidert. Dazu natürlich die ein oder andere Erkenntnis über das Leben, die man schon mehrfach irgendwo, wenn auch anders verpackt, gehört hat.
Mit neunzig Minuten ist der Film dann nicht allzu lang, verlässt sich insgesamt aber zu sehr auf seine zugegebenermaßen putzige Grundidee. Hat mich über die komplette Laufzeit gesehen einfach nicht so erreicht.