„Nightsiren“ aka „Svetlonoc“ kommt aus der Slowakei, überdeutlich aus Frauenhand und erzählt in zu ausgedehnten 109 Minuten von einer jungen Frau, die in eine slowakische Kleinstadt zurückkehrt, wo ihr Name für Aufhorchen bis Schaudern sorgt. Ist die attraktive Madame eine Hexe? Hat sie einst ihre Schwester als Kind von einer Klippe gestürzt? Oder spielen hier schmerzhaft Aberglaube, Hass und Dummheit bei den Anwohnern einen völlig falschen Film ab?
Vom Thema und der Exotik ähnlich wie der viel bessere „Zalava“ von vor ein paar Jahren, verlässt sich „Nightsiren“ völlig darauf, dass sein realer Kern erschreckend genug ist, um den Film zu tragen. Und ja, Aberglaube und Unwissenheit, Rückständigkeit und Vorurteile durchziehen auch heute noch selbst Teile des modernen Europas. Vom Rest der Welt will man gar nicht sprechen. Das ist in der Realität gruselig genug, kann einem Sorgen machen und auch als Genreaufhänger und eine Ebene eines Horrorfilms funktionieren. Dennoch muss ein Hexengrusler trotzdem noch eine Eigenleistung bringen, eben gruseln, eine interessante Geschichte erzählen, tolle Bilder und Ideen bieten, kurzweilig sein. Und so weiter und so fort. Nur leider versagt „Nightsiren“ in nahezu all diesen Kategorien. Atmosphäre ist teilweise noch okay. Kurz vor Schluss gibt’s eine orgiastische Drogensequenz mit vielen tanzenden und sexelnden Nakedeis. Ansonsten herrschte bei mir gähnende Langeweile. Ein echter Schnarcher, ein echtes Ärgernis, zur späten Stunde erst recht. Hauptfigur und Hauptdarstellerin bleiben blass. Creepy Bilder und wirklich unangenehme Stimmungen sucht man vergebens. Zumindest nach dem Introschocker an der Klippe. Schlangen im Schneckentempo. „The VVitch“ in modern, redundant und ätzend zäh. Feministisch, menschlich, aber auch so unendlich beliebig und unspannend. Für mich totale Zeitverschwendung. Frech bis fad.
Fazit: die schlimmste Art von Horror - die, die gar kein Horror sein will. Fake-Folk-Furcht ohne Biss, nur mit Längen. Der wahre Kern ist ein wichtiges Thema. Aber wenn selbst dutzende nackte Frauen einen Film nicht mehr retten, ist eigentlich zappenduster.