Gemessen an dem Schund, in dem Cage oft mitspielt, ist dies ein mittelmässiger B-Film. Auch wenns fürs Kino nicht reicht, sieht der Film dank exotischer Kulisse auch ganz gut aus. Bis auf eine furchtbar schlecht getrickste Auto-Explosion im Finale gibt der Film optisch durchaus was her.
Aber es gibt auch so einige Kritikpunkte. Zum einen die Handlung. Die fängt ja ganz nett an, wenn plötzlich die unbekannte Enkelin vor der Haustür des Großvaters, einem Ex-CIA-Agenten steht. Mit grauem Haar und ungepflegten Haar ist Cage mal wieder eine Parodie seiner selbst. Ob das so beabsichtigt war? Hätte man da keinen besseren Schauspieler gefunden, der in Ehren ergraut ist und dem man diese Rolle besser abnehmen würde? Ähnlich sieht es bei den Schurken aus. Das ist alles recht mies gespielt. Highlight des Films ist Ron Perlman, der eine ähnliche Rolle spielt wie in "The Baker". Hier entdeckt ein brutaler Gangster nach der Entführung besagter Enkelin sein weiches Herz. Leider endet diese (einzig sehenswerte) Storyline mit einer Harpune in der Brust.
Dann fragt man sich, ob das eine Komödie oder ein ernster Actionthriller sein soll? Anflüge von Ironie oder Parodie verfliegen ab der Mitte des Films, wirklich witzig ist er sowieso nicht. Als Actionthriller hingegen funktioniert der Film so einigermassen. Es gibt einige Ballereien und es wird munter gestorben. Nur ernst nehmen kann man das leider nicht und spannend ists auch nicht.
Und was ist dieser Film nun? Kann man mal gucken, sich etwas berieseln lassen, schöne Locations geniessen und zuschauen, wie strunzdämliche Gangster im Kugelhagel sterben. Nett, mehr aber auch nicht. Leider - denn Potential war vorhanden. Und richtig ärgerlich finde ich Ron Perlmans Abgang. Dann doch lieber "The Baker" schauen. Das ist zwar auch nur ein B-Movie, findet aber die richtige Tonalität.