Joe D'Amatos Schmuddelwerk PORNO HOLOCAUST aka ORGASMO NERO 2 – INSEL DER ZOMBIES ist ein Beispiel dafür, warum solch trashigen Werke aus Italien berühmt berüchtigt waren und noch immer sind.
Es ist schwer, seriös an einen Film mit diesem Titel heranzutreten. Hilfreich ist es gewiss, wenn man vor dem Einlegen in den Player weiß, in welchem Genre man unterhaltsam „suhlen“ möchte. Geboten werden meist immer die eindeutigen „Zutaten“:
eine hirnrissige Story, einige ansehnliche Aktricen und haarige Macho-Typen – vorzugsweise Marke „Fleischwurst untenherum“.
Ach ja, das für viele D'Amato - Filme typische (immer wieder gleiche) Insel-Panorama darf auch nicht fehlen.
Zugegeben, Samstagnacht, mit 4 Dosen Bier auf dem Tisch erlebt man beim Betrachten des Streifens einen „gewissen“ Unterhaltungswert. Doch tagsüber und nüchtern angesehen, gibt sich wohl nicht jeder freiwillig einen Schmuddel dieser Art hin.
Amüsant ist es dennoch, wie der kostengünstig und wirtschaftlich denkende Regisseur ganz offensichtlich einen Porno mit Mini-Handlung inszeniert hat, in dem sehr behaarte Darsteller und Darstellerinnen versuchen, ihre Gage zu rechtfertigen. Dabei sollte einem bewusst sein, dass die komplette Palette an pornografischen Körperaktionen nicht zwangsläufig erregend für den Zuschauer ist. Minutenlanges Befummeln und Kopulieren – oft kaum oder halb erigiert – kann auch unappetitlich sein.
Der „Zombie“-Zusatz im deutschen Titel ist ebenso lachhaft wie verkehrt und diente bzw. dient immer noch geldorientierten Vertriebszwecken.
Gewalt wird kaum gezeigt dafür Pornografisches in Massen.
Die handwerkliche Seite des Movies (die Kameraführung!) ist recht solide. Sowie darstellerisch als auch Synchro-mäßig sieht und hört es sich nach Amateur-Sektor an.
PORNO HOLOCAUST (welch grauenhafter Titel!) aka ORGASMO NERO 2 – INSEL DER ZOMBIES als total schlechtes Teil zu verdammen, wäre falsch, da der Film innerhalb der primitiven Genregrenzen funktioniert. Außerdem ist er ein fast schon filmhistorisches Vorzeige-Beispiel dafür, an was man sich so Ende der 1970er-Jahre und frühen 1980er-Jahre ergötzte – manchmal auch nur, um mitreden zu können.
6 von 10 Schamhaaren ohne Zombies!