Winnie nimmt den „Wrong Turn“
Scheinbar wurden die Rechte zu Winnie Pooh und seinen Kumpanen vor kurzem frei - zack, schnappten sich ein paar junge Horrorfans das Franchise und lassen nun mit „Winnie-the-Pooh: Blood & Honey“ einen altmodischen, (abgesehen von dem Rechtekauf) kostengünstigen Slasher auf die Genrewelt los, in dem Winnieh, Ferkel und Co. als gruselige Mutanten Christopher Robin gekidnappt halten und ein paar Studentinnen terrorisieren. Nur leider gibt’s außer dieser kranken und überraschenden Prämisse nicht wirklich viel, was aus dem berühmten Namen und der bekannten Kinderreihe gemacht wird…
„Blood & Honey“ spielt seine verkehrte Welt humorlos und bieder runter. Das könnte auch gut der zehnte „Hatchet“ oder der vierte „Laid To Rest“ oder der sechste „The Strangers“ sein. Nur eben mit Pooh- und Ferkel-Masken. Nur mit noch weniger Budget, weniger Schauplätzen, immergleicher Beleuchtung und grau-glattem Videolook. Gore ist da, aber auch nicht spektakulär hart oder gut. Figuren muss man nicht erwähnen und ich glaube eine Fortsetzung rund um Christopher Robin könnte in der Beziehung interessanter werden. Hier sind die Ladies und Opfer nie mehr als hohle Staffage. Das gemalte Intro als Prolog und Origin Story der mordenden Kinderlieblinge hat was. Die Laufzeit überstrapaziert es nicht. Und in den 80ern hat es sowas haufenweise billig produziert in den Videotheken gegeben. Wald- und Wiesen-Schlitzer-Brei. Aber im Endeffekt bleibt nicht ein Stück des eigentlichen Films hängen, sondern nur die Idee und der Mut bis Irrsinn, sich die Rechte zu schnappen und das durchzuziehen. Die hätte dennoch ein besseres Ergebnis verdient gehabt. Vielleicht in der jetzt schon in Produktion befindlichen Fortsetzung.
Fazit: sicher nicht seiner bonkers Grundidee angemessen und „nur“ ein straighter, platter, düsterer Oldschool-Slasher mit honigblutiger Prämisse. Aber sicher nicht einer der schlechtesten Filme aller Zeiten, wie er momentan mancherorts betitelt wird. Eher Billigkram aus der vierten Reihe wie damals in den Videotheken. Stoff, den man sich nur wegen dem kranken Cover oder der irrwitzigen Grundidee ausgeliehen hat, der dann daheim aber kaum etwas hergab. Deswegen: dieser Pooh ist sicher kein guter Film, aber für Horrorvielfraße auch kein Beinbruch.