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Werner Herzogs Dokumentarfilm ist ein Film über die am 3. Juni 1991 verunglückten Vulkanologen Katia und Maurice Krafft, über ihre grenzenlose Leidenschaft für Vulkane, über ihr Gespür für atemberaubende Bilder (nicht bloß von Vulkanen, sondern auch von Landschaften & Menschen), aber es ist auch ein Film über Mutter Erde, über ihre unzähmbare Kraft, über ihre magisch wirkenden Aktivitäten. Und es ist ein Film über das Leben, über den Tod, über Katastrophen & über das Weitermachen nach diesen Katastrophen, so beschwerlich es auch ist.

Wenn man die Bilder hier sieht, die sprudelnde Glut, die träge dahinfließenden Lavaströme oder die pyroklastischen Wolken, die mehrere 100 Grad heiß mit irrsinniger Geschwindigkeit alles vernichten, was ihnen im Weg steht (1991 waren es auch Katia und Maurice Krafft, die im Weg standen), dann kann man die Faszination, die von Vulkanen ausgeht, zumindest ansatzweise nachvollziehen. Es sind Bilder von hypnotischer Kraft, von bizarrer Schönheit, von einer furchtbaren Zerstörungswut, eingefangen von den Kraffts mit ihrer 16-mm-Kamera.

Herzogs sparsam eingesetzte Kommentare intensivieren das Gesehene & regen zum Nachdenken an, nur die begleitende Musikuntermalung ist manchmal zu viel des Guten. Gegen Ende gibt es eine Szene, wo ein Japaner mit der Kamera um sein Leben rennt & dabei fleißig weiterfilmt. Da soll noch mal einer sagen, Found-Footage-Filme wären aus diesem Grund unrealistisch.

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