Bereits während der Dreharbeiten zu „Wrong Place“ kämpfte Bruce Willis mit den Auswirkungen der Aphasie, was umso deutlicher zutage tritt, da er nicht nur einen Gastauftritt absolviert. Dabei kochen Regisseur Mike Burns und Drehbuchautor Bill Lawrence lediglich auf, was mit „Out of Death“ (ebenfalls mit Willis) schon nicht so recht klappte.
Seit dem Unfalltod seiner Frau arbeitet der ehemalige Polizist Frank (Willis) als Wachmann für einen Pfandleiher. Hier stellt er eines Tages einen Dealer, dessen Sohn Jake (Michael Sirow) Rache für seinen inhaftierten Vater schwört. Franks Tochter Chloe (Ashley Greene) gerät dabei ins Visier des Gangsters…
Leider steckt das Drehbuch voller Klischees und Nebensächlichkeiten, die den Stoff vor allem in der ersten Hälfte kaum weiterbringen. Nach dem Verkehrsunfall, welcher aus Kostengründen lediglich mit üblem CGI-Feuer angedeutet wird, macht es wenig Sinn, den eintönigen Alltag eines Wachmanns in eine Chronologie von Montag bis Donnerstag zu verpacken, wenn sich erst am Freitag etwas ereignet. Darüber hinaus trägt die Krebserkrankung Chloes nur bedingt zur Handlung bei, während sich ein Polizeichef (Texas Battle) mit Minderwertigkeitskomplexen herumschlägt und damit im Verlauf zur reinen Comicfigur mutiert.
Etwa zur Halbzeit haben die Macher offenbar bemerkt, dass der Stoff ein Thriller und kein Drama werden sollte und präsentieren einen dumm handelnden Gangster, den man als Antagonisten kaum ernst nehmen kann. Entsprechend laufen irgendwann vereinzelt Leute durch einen austauschbaren Wald, werden angeschossen und mischen davon unbeeindruckt weiter mit, während von den zuvor erwähnten aufgestellten Fallen des ehemaligen Polizisten kaum etwas vorzufinden ist.
Auch hier verpasst man die Chance, mit Kniffen oder kleinen Wendungen bei Laune zu halten.
Mit der Glaubwürdigkeit ist es spätestens dahin, als Fliehende dies mit gefühlter, halber Geschwindigkeit verrichten, ein Bärenspray nahezu keine Wirkung zeigt und manche Wunden einige Zeit verschwinden, um in einer der nächsten Szenen wieder sichtbar zu werden.
Hinzu gesellen sich einige uneffektive Kameraperspektiven, ein kaum antreibender Score und ein Willis, der bereits sichtlich neben sich steht und lediglich mit einer gewissen Präsenz punkten kann. Sirow müht sich zwar ab, hat jedoch keine Chance gegen das dumme Skript und den damit verbundenen, teils hohlen Dialogen. Einzig Greene erhält einige emotional tiefer gehende Momente, rettet damit jedoch auch nicht viel.
Bezeichnenderweise folgen nach dem Showdown, mit dem eigentlich alles gesagt wurde, noch einige Minuten Drama, die keinen mehr interessieren dürften und was den negativen Eindruck final verstärkt, dass es dem Drehbuch von vorne bis hinten an zündenden Ideen mangelte. Willis-Komplettisten werden ihn natürlich mitnehmen, doch wer einen brauchbaren Actioner sucht, wird hier nur schwerlich fündig werden.
3,5 von 10