Swissploitation-Klassiker
„Mad Heidi“ liegt zum Glück näher an sowas wie „Machete“ als an „Sky Sharks“ und ist für Trashploitation-Fans von heute ein echtes Schmankerl. Was bei der Prämisse und dem Trailer keine Selbstverständlichkeit war. Das hätte auch gehörig in die Lederhose gehen können. Herausgekommen ist aber ein kongeniales Machwerk aus Quatsch mit Käsesauce, naziartigen Bösewichten und einer Heidi, der nicht nur die Berge zu Füssen liegen…
Eine Emmentaler Splattergaudi
Ich bin echt erleichtert, dass „Mad Heidi“ dermaßen unterhaltsam geraten ist. Näher an „Kung Fury“ als an „Iron Sky“, näher an meinem Geschmack und richtiger Einschätzung des Subgenres als es selbstverständlich ist. Casper Van Dien hatte glaube ich richtig Spaß. Aber auch der Rest ist sich für keine Sauerei zu schade. Von plumpen Filmzitaten über schweizerischen Unarten bis hin zu sehr gut gematschten Splattereinlagen. Von Kung Fu über norditalienischem Sandkastenflair bis zur saftigsten Käsereibe, von WiP-Exkursen a la „Ilsa“ bis hin zu besten Beispielen von „man muss auch über sich selbst lachen können“. Das Mediabook wirkt auf den ersten Blick vielleicht momentan etwas teuer oder zu viel des Guten, ich ärgere mich ein Stückchen, damals als Kickstarter keinen Cent dazugetan zu haben. Aber dieser augenzwinkernde Alpenhain mit Goregier und Tabulosigkeit hat definitiv ein paar Taler von mir verdient!
Fazit: löchrig, luftig und lustig wie ein Schweizer Käse - „Mad Heidi“ hätte auch aus einem „Grindhouse“-Faketrailer entstanden sein können. Vielleicht kein „Hobo With a Shotgun“, aber viel, viel besser und gekonnter und sympathischer als ich gedacht hätte!