Review

Genrechaostheorie


Quo vadis, Retaliators? Diese Frage stellte sich fast über die Hälfte des Films. Zuerst gibt’s 'nen Zombieteaser, dann ein wenig „Death Wish“ mit Detektivermittlungsarbeit, mittendrin noch eine Vater-Töchter-Beziehung, Thugs, Drugs und Tittenbars. Das ist Exploitation wie er leiben und leben muss. Damals wie heute. Hätte eigentlich von Cannon oder Orion produziert werden müssen. Nicht zimperlich von seinen Kurven, seinem Gewaltgrad, seinem Chaos. Mut zu Richtungs- und Stillosigkeit. Es muss ja nicht immer Post Horror sein. Hier wird einem verweichlichten Pfarrer grauenhaft seine Tochter genommen, er sinnt im Grunde auf Rache und findet dabei seinen inneren Schweinehund und John McClane…

„The Retaliators“ ist ein wilder Ritt, abseits des Mainstreams und zum Teil ziemlich fies. Aber dann doch irgendwie wieder sympathisch zugänglich und simpel. Trotz all seiner Ufer, Arme und Böschungen. Ein Fluss aus Blut und Humbug. Alle fünf Minuten eine neue Überraschung, immer schön auf die Nase. Hintenrum oder clever ist hier nada. Muss aber ja auch nicht. Ganz ohne grieselige Stilmittel oder Retrooverkill ist das im Grunde einer dieser Videotheken-B-Movies, die heute jeder sein und sehen will. Das coole Poster verspricht hier mal nicht zu viel. Es wird blutig, es wird direkt, es wird unschön. Zumindest für die bösen Buben. Selbst wenn ich glaube, dass man aus der Prämisse bzw. dem Ursprung der direkt anfangs eingeführten „Zombies“ hätte noch mehr machen können. Das ist Indiehorror durch und durch. Da steht zu keiner Zeit ein großes Studio hinter, da greift kein Komitee ein. Zum Guten wie zum Schlechten. „The Retaliators“ macht, worauf er gerade Bock hat. Der rockige Nu Metal-Soundtrack ist ein weiterer Standout. Guter Friday Night-Bierfilm. Bleibt aber natürlich auch nicht lange im Gedächtnis und ist sicher kein Genreklassiker. Aber ich habe eine Schwäche für seine Plumpheit. 

Fazit: ein ziemlich wundersames Durcheinander… „The Retaliators“ ist ein reinrassiger B-Movie ohne Scheu, viel Sinn oder Verstand. Ein astreiner Haudrauf. Blutig und platt. Und das ist gut so! 

Details
Ähnliche Filme