Review

Wunderkind Johanna kann lesen und kennt die Bibel besser als mancher Schriftgelehrte. Nach dem Tod ihres Vaters und Mentors ist die junge Frau auf sich allein gestellt. Sie wird Nonne und sucht Schutz in einem Kloster, das jedoch im Zuge eines blutigen Erbfolgekriegs gebrandschatzt wird. Johanna, die zur Tarnung eine Mönchskutte trägt, gelangt auf ihrem Fluchtweg über Griechenland bis nach Rom.

Seit Jahrhunderten geistert ja bereits die Legende umher, das einst eine Frau, als Mann verkleidet, das höchste kirchliche Amt bekleidete. Ein Unding damals wie heute. Ob diese Behauptung nun stimmt ist oder bloß eine Erfindung ist selbst bis heute noch ungeklärt. Der Film hält sich im wesentlichen an die überlieferten Texte, bauscht hier und da natürlich ein wenig auf und erzählt die Geschichte der Johanna von Kindesbeinen an bis hin zum tragischen, aber ebenfalls genau so überlieferten Ende.
Wir befinden uns im neunten Jahrhundert, Johanna landet nach dem Tod ihrer Eltern in einem Kloster, welches allerdings von bekehrungsunwilligen Sachsen niedergbrannt wird und bis auf Johanna und ihrem Gspusi Adrian werden alle Nonnen zu ihrem Arbeitgeber geschickt. Geschockt verkleidet sie sich als Mann und in Zeiten des blutigen Bürgerkriegs um die vakante Kaiserkrone wird dieser Mummenschanz beibehalten (verwunderlich allerdings das sich niemand an der hohen Stimme und dem fehlenden Adamsapfel gestört hat).
Die weiteren Stationen, wie etwa die Wahl zum Kardinal, werden dann eher Hopplahopp und wenig nachvollziehbar abgehandelt und auch die Ernennung zum Papst macht wenig Sinn, es sei denn damal wurde das anders gehandhabt als heute. Nix mit schwarzen und weißem Rauch, der sterbende Papst sagt du bist der nächste und fertig ist die Konklave. Danach noch mal eben den Bruderkrieg entschieden, den älteren Bruder zum neuen Kaiser gekrönt und vom guten Adrian sich mal eben eine Schwangerschaft abgeholt mit zu erwartenden Folgen.
Manche Szenen zeigen dabei eine gute Wirkung, die Dialoge sind ebenfalls meist gut gelungen, ebenso wie die zahlreichen Kostüme, aber irgendwie will der Funken nicht so ganz auf den Fernsehsessel überspringen. Pope Joan zeigt zwar ein nettes Mittelalter Flair, kommt aber etwas zu schwülstig und dialoglastig daher, bietet auf der anderen Seite aber eine ordentliche internationale Schauspielerriege auf, die sich gut verkauft. Insgesamt aber vermittelt die Päpstinnen Story nur einen mittelmäßigen Eindruck.
5/10

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