Lynsey (Jennifer Lawrence) kehrt versehrt aus Afghanistan zurück. Eine Explosion zog eine Verletzung des Gehirns nach sich und zwingt sie dazu, Alltägliches neu zu lernen. Dafür ist sie in ihrer alten Heimat, doch zuhause wartet nicht nur Hilfe auf sie. Immerhin in dem Mechaniker James (Brian Tyree Henry) findet sie jemanden, mit dem sie etwas teilt, denn auch er schleppt ein Trauma mit sich herum.
Zwischen Reha, Selbstfindung und -verortung, dem Wunsch nach Rückkehr und Normalität entspinnt sich so eine Verbindung zwischen den beiden Charakteren. Dabei geht das von Lila Neugebauer inszenierte Drama recht behutsam vor, vielleicht auch etwas zu sehr. Nicht dass es zu störenden Längen kommen würde, jedoch lässt der Film gerne mal Zustände und Emotionen stehen. Hierdurch entfalten sie sich zwar im Raum, „Causeway“ ist ein Bericht über Schmerz und Heilung, bleiben aber beim Transport ins Publikum immer wieder auf der Bremse stehen. Das Innenleben bleibt auch immer wieder dort, bricht sich vielleicht mal aus Unsicherheit oder Notwendigkeit nach außen Bahn. Es bleibt ein Film der leisen Töne, jedoch nicht ohne Kraft.
Lawrence und Henry spielen die auf ihre Art Versehrten mit einer zurückhaltenden Dringlichkeit. Zwei Figuren, vom Schicksal mitgenommen, die noch an sich zu arbeiten haben.
„Causeway“ spielt oft unter der Oberfläche, hier rattert es, das merkt man. Davon hätte es gerne mehr nach außen schaffen dürfen. So bleibt Neugebauers Drama zwar ansprechend in Thema und Figuren, aber wenig zwingend oder fordernd. Der Film liegt dabei in den Händen von Lawrence und Henry, sie nutzen diesen ihnen eingeräumten Platz, doch blieb da bei mir immer ein Verlangen nach mehr.