iHaveCNit: Meinen Hass bekommt ihr nicht (2022) – Kilian Riedhof – Tobis
Deutscher Kinostart: 10.11.2022
gesehen am 12.11.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado - Parkett – Reihe 5, Platz 9 – 18:30 Uhr
Der 13. November 2015 ist für die jüngere französische Geschichte ein Ereignis, das mit den Terroranschlägen in Paris mit einem Fokus auf den Veranstaltungsort „Bataclan“ das Land und vor allem Paris im Mark erschüttert hat. Während der gegen Ende Oktober erschienene Film „November“ die Ermittlungen der Behörden im Nachgang im Fokus hatte, ist nun mit „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ ein Film in den Kinos gestartet, der eine ganz persönliche Perspektive über den Umgang mit diesem Ereignis im Fokus hat, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Antoine Leiris, der seine Frau bei diesen Terroranschlägen verloren hat.
Antoine Leiris ist Schriftsteller und führt ein glückliches Leben mit seiner Frau Hélène und seinem Sohn Melvil. Der 13. November 2015 ist eigentlich ganz normal gestartet und noch ahnt die junge Familie nicht, dass der Konzertbesuch von Hélène im Bataclan das Leben der Familie aus den Fugen reißen wird. Inmitten der Verarbeitung seiner Trauer und dem Kampf zurück in ein geordnetes Leben für seinen Sohn und sich selbst trifft Antoine eine Entscheidung im Umgang mit diesem tragischen Ereignis, die ihn eher unfreiwillig zu einer medialen Sensation werden lässt.
„Meinen Hass bekommt ihr nicht“ ist ein sehr intimes und intensives Charakterdrama geworden, bei dem wir über die gesamte Laufzeit an der Seite von Pierre Deladonchamps großartig gespielten Antoine Leiris sind und hautnah die gesamte Bandbreite, Vielseitigkeit und Ambivalenz seiner Emotionen miterleben und auch miterleben, wie er mit der Trauer und den Nachwirkungen der Terroranschläge zu kämpfen hat – aber auch, wie er versucht seinem noch sehr jungen Sohn Melvil diese Situation zu erklären und auch ihm dabei helfen muss mit der Trauer und dem Verlust umzugehen. Das macht das Drama wirklich sehr intim, intensiv und emotional, weil sich gefühlt auch Trauer, neue Hoffnung und Leichtigkeit miteinander abwechseln. Hier hält sich der Film jedoch durchaus mit einer relativ nüchternen und weniger manipulativen Erzählung zurück und auch ich hatte das Gefühl, dass sich in den knapp 100 Minuten trotz dem Abarbeiten wichtiger Stationen in der Trauerverarbeitung durchaus ein wenig Redundanz einstellt.
„Meinen Hass bekommt ihr nicht“ - My First Look – 8/10 Punkte.