iHaveCNit: Lola (2023) – Andrew Legge – Neue Visionen Filmverleih
Deutscher Kinostart: 28.12.2023
gesehen am 30.12.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 7 – 18:45 Uhr
Ticket 259 für 2023 ist nun auch der letzte reguläre für 2023 wertbare Film, womit bis auf eine morgen stattfindende Silvesterpreview für 2024 auch damit mein Film- und Kinojahr 2023 abgeschlossen werden kann. Die Ehre in diesem Jahr geht damit an die irische, von Andrew Legge inszenierte Produktion „Lola“, der auch mit seinen knapp 80 Minuten zu den kürzesten Filmen des Jahres zählt und durchaus eine der interessantesten Filmideen des Jahres mitbringt.
Die Schwestern Thomasin und Martha Hanbury, die sich selbst nur Thom und Mars nennen lieben im London Anfang der 40er und zu Zeiten des zweiten Weltkriegs die Kultur. Thomasin liebt neben Kultur auch die Wissenschaft und hat eine Maschine namens Lola entwickelt, die Funkwellen aus der Zukunft empfangen kann. Beide Schwestern genießen somit nicht nur die Musik aus der Zukunft, mit dem Hintergrundwissen werden beide auch finanziell durch Wetten sehr erfolgreich. Doch auch die britische Regierung wird auf ihre Erfindung aufmerksam, so dass Lola für britische Vorteile im zweiten Weltkrieg genutzt werden kann. Doch was passiert, wenn so etwas wie eine Romanze von Martha und die Obsession Thomasins zwischen die Schwestern kommt und was passiert, wenn sich der Lauf der Geschichte anders ändert als erwartet und sogar Fehlinformationen empfangen werden ?
„Lola“ ist nicht nur mit 79 Minuten sehr kurz, er ist auch auch inszenatorisch sehr interessant und experimentell. In Schwarz/Weiß mit einem leicht abgerundeten 4:3-Format und auch teils historisch reellen Aufnahmen wirkt er in seinem körnigen Look auch wie ein teildokumentarischer Found-Footage-Film, der als Antikriegsthriller und auch Zeitreisen-Science-Fiction-Film funktioniert, in dem er sich teilweise klassischen Konventionen beugt, aber genau dann am stark und interessant ist, wenn er aus diesen Konventionen ausbricht und ein wenig Punk ist. Hier kann selbstverständlich auch das von Emma Appleton und Stefanie Martini gespielte Duo aus Thom und Mars im Rahmen ihrer gegebenen Möglichkeiten funktionieren und auch das gesamte Design des Films schafft eine stimmige Atmosphäre.
„Lola“ - My First Look – 8/10 Punkte.