Review

"Ich muss Sie leider damit in Kenntnis setzen, dass Sie mit keinem
Preis rechnen können. Offenbar sind Sie Opfer eines Betrügers geworden."

Nicolas Cage spielt einen, unter mehreren Zwangsstörungen leidenden Trickbetrüger. Er und sein Partner Sam Rockwell haben bereits die abenteuerlichsten Betrügereien vollzogen, doch als Cage auf einmal von seiner 14-jährigen Tochter aufgesucht wird und diese herausfindet, was ihr Vater beruflich macht, ändert sich alles. Cages Tochter will an den illegalen Geschäften ihres Vaters beteiligt werden. Darüber hinaus rächt sich ein betrogener Geschäftsmann an den beiden Betrügern.

Die Story ist gut. Die Charaktere sind solide konstruiert. Vor allem auf die lange Vorstellung und die charakterliche Tiefe seiner Hauptfigur legt Regisseur Ridley Scott viel wert. Die einzelnen Tricks und Betrügereien sind einfallsreich und interessant. Nachdem die Story anfangs sehr durchschnittlich und stereotyp zu sein scheint, gibt es im Mittelteil sehr gute Wendungen und ein unvorhersehbares, geniales Finale, mit dem man als Zuschauer unmöglich rechnen kann. Die Dialoge sind ebenfalls ordentlich und teilweise lustig. Darüber hinaus hat der Film sowohl dramatische, als auch humoristische Aspekte und kann die Kurve zwischen Komödie und Drama gut nehmen. Alles in allem ist die Story überraschend gut und nicht nach dem Klischee gestrickt.

Der Film läuft ein wenig zu langsam und behäbig an und benötigt erst einmal einige Minuten, bis er einen soliden Unterhaltungswert entwickeln kann. Es dauert wirklich lang, bis die Personen vorgestellt sind und mit dem Auftauchen von Cages Tochter endlich die eigentliche Handlung beginnt. Im Mittelteil ist der Film dann ziemlich unterhaltsam und wird zum Ende hin spannender, da Ridley Scott die Handlung zunehmend schneller ablaufen lässt. Das Finale ist dann überraschend, genial und spannend und beendet den Film damit perfekt. Alles in allem ist der Unterhaltungswert ordentlich.

Die Filmmusik wählt Ridley Scott gut und kann vor allem die lustigen Szenen sehr gut unterlegen. Die Umsetzung gelingt ihm allgemein ziemlich gut. Der Schnitt, der anfangs ein bisschen zu langsam ist, ist zum Ende hin sehr gut und auch die Schauplätze, wählt Scott perfekt. Man könnte ihm höchstens vorwerfen, dass er sich im Mittelteil teilweise auf diverse Nebenschauplätze beschränkt und damit die eigentliche Handlung aus den Augen verliert, womit er den Film ein wenig ausbremst. Nach seinem vollkommen missglückten "Hannibal" liefert er endlich wieder eine gute Leistung ab und beweist, dass er auch außerhalb des Monumental- und Sci-fi-Genres gute Filme abliefern kann.

Nicolas Cage spielt die Rolle des neurotischen Gangsters, der praktisch eine Mischung aus "Monk" und "Danny Ocean" darstellt, sehr ordentlich und vor allem ein bisschen gebremst, sodass sein leicht übertriebener Charakter nicht wie die Karikatur eines Gangsters wirkt. Von Cage sieht man ja bekanntlich überaus schwankende Leistungen in unterschiedlich guten Filmen, aber dies ist klar eine seiner Besseren. Sam Rockwell spielt nach seinen Rollen in "Heist -Der letzte Coup" und "Safecrackers" erneut einen Gangster und löst die Aufgabe wirklich gut. Alison Lohmann spielt die Rolle als Cages Tochter sehr liebenswert und frech. Alles in allem leistet der Cast gute Arbeit.

Fazit:
Ridley Scott liefert mit "Tricks" einmal mehr einen wirklich guten Film ab. Die Story ist solide und vor allem die finale Wendung ist wirklich genial geworden. Der Unterhaltungswert, der anfangs erst einmal langsam aufgebaut werden muss, ist vor allem zum Ende hin sehr hoch. Die Darsteller liefern ohne Ausnahme gute Leistungen ab. Man kann den Film auf jeden Fall weiterempfehlen, wer aber eine charmante Gangster-Komödie wie "Oceans Eleven" erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein, da es sich bei dem Film eher um eine Tragi-Komödie handelt und er infolge dessen nicht sehr humorvoll ist.

Details
Ähnliche Filme