Der erste Tonfilm des gebürtigen Österreichers gilt als genauso bahnbrechend wie Metropolis. Als Grundgerüst diente Fritz Lang der "Vampir von Düsseldorf" der in den 20er Jahren mehrere Morde beging.
Anders als in anderen Kriminalfilmen ist aber die Perspektive die dem Zuschauer vermittelt wird. Man sieht den Fall nicht begleitend bei den Ermittlungen oder aus den Augen des Täters. Fritz Lang läßt uns aus der Ferne beobachten. Man ist Teil der Stadt. Es gibt keinen Hauptdarsteller mit dem man mitfiebert weshalb "M" fast einen halbdokumentarischen Touch besitzt. Er verschafft uns Einblicke in die damalige Polizeiarbeit, die widerum versucht mit hohen Belohnungen das Volk zu mobilisieren. Gleichzeitig ist aber auch die Unterwelt damit beschäftigt den Killer zu jagen. Einmal weil man nicht mit Kindermördern in einen Topf gesteckt werden will, zum anderen weil die Razzien ihre Einnahmequellen empfindlich stören und sich Verluste abzeichnen.
Durch den filmischen Wechsel zwischen den Ebenen ist man über die Suche bestens informiert und weiß genau ob irgendeine der Parteien langsam dem Ziel näher kommt. Dadurch behindern sie sich aber auch gegenseitig.
Gegen Ende wirft "M" dann eine ganze Reihe von Fragen auf die auch 77 Jahre nach der Entstehung nicht beantwortet werden können. Er beschäftigt sich mit Selbstjustiz und der Beeinflußbarkeit von Massen was im Jahre 1931, hinsichtlich der näheren Zukunft, nicht uninteressant war. Äußerst eindringlich ist aber die Offenheit mit folgendem Thema: Ist ein Kindermörder perverser Abschaum, der den Tod verdient oder vielleicht doch nur ein kranker Mensch dem man heflen sollte ?
Die Rolle des "M" wird grandios von Peter Lorre verkörpert der hier zum ersten mal vor der Kamera stand. Niemand sonst hätte wahrscheinlich diese Rolle dermaßen eindringlich spielen können. In weiteren Rollen sind Gustav Gründgens und Theo Lingen zu sehen. Filmmusik gibt es keine. Nur das wiederkehrende Pfeifen des Mörders ist zwischenzeitlich zu hören.
Aus heutiger Sicht bestimmt kein einfacher Film da sich die Sehgewohnheiten enorm verändert haben. Wer sich aber ernsthaft mit dem Thema Film beschäftigt, kann und darf an "M" nicht vorbei gehen. Dafür ist er einfach zu wertvoll.