Die Flucht zuerst, eine Brandbombe als Ablenkung, eine rasende Autofahrt und der Beschuss aus mehreren Maschinengewehren. Die aufwändigsten Szenen am Start, um sie mittig und damit noch ein zweites Mal präsentieren zu können, ein atemloser Anfang, die ersten Reize und Aufmerksamkeiten für den Zuschauer, die Geschichte erst später, die Eindrücke vorneweg. Das Setting ein Setup, ohne Luft und ohne Licht, der Schauplatz eine Bühne, die Prämisse bloß Tarnung und Ausrede, ein Game of Death (2010) in der Wiederholung, eine langgezogene Auseinandersetzung mit Brutalität und Prügelei in einem (fensterlosen) Krankenhaus, welches ebenso gestellt ist, wie die Figuren instruiert wirken und die Darsteller nicht hinter ihren Rollen verschwinden, sondern sich im Showcase offenbaren statt verstecken. Eine posttraumatische Amnesie, eine medizinisch induzierte Halluzination, ein Blackout. "This party took months to plan. Maybe years.":
Als John Cain [ Josh Duhamel ] nach einem Auto'unfall' in einem mexikanischen Krankenhaus erwacht, erinnert er sich weder an die vor ihm sitzende Frau Anna [ Abbie Cornish ] noch wie er in das Hospital gekommen ist, auch seine eigene Identität ist ihm ein Rätsel. Sowohl die Frau als auch den mit Gefolge auftauchenden Eddie [ Omar Chaparro ] findet er allerdings reichlich suspekt, zumal deren Fragen nach dem Verbleib eines Koffers mehr als drängend sind; und als Cain anfängt, die Klinik auf eigene Faust verlassen zu wollen, wird diese von Eddies Männern abgeriegelt. Währenddessen ermittelt der DEA-Agent Ethan McCoy [ Nick Nolte ] nur unweit davon, allerdings in Arizona stationiert, in einem Brand mit Todesfolge.
Die ersten Dialogszenen funktionieren nicht, zumindest nicht im eigentlichen Sinne, die nächste Szene der Besichtigung eines Tatortes draußen bei Arizona ist nicht besser, eher noch schlimmer. Duhamel gibt sich Mühe, Nolte sicherlich auch, wirkt aber sehr alt bis klapprig, wirkt des Gehens schon müde und des Sprechens fahrig und zitternd, ein fluchender Wutausbruch, der eher Mitleid erzeugt und Sorge um die Gesundheit; kein Hinaus Reißen aus den eigentlich soliden (bloß gerne unnötig mit Schärfen und Unschärfen hantierenden) Bildern, denn ein Hineinkommen ist schon nicht möglich. Immerhin, und dies muss man zugutehalten, verkauft der Film einen nicht dümmer, als man tatsächlich ist, die Scharade wird beizeiten geöffnet und aufgedeckt, ist dies kein Mystery, kein Schabernack wie "Echoes from the Past" (1984) aus Airwolf bzw. dessen Original, die Folge "Sole Survivor" (1978) aus den The Hardy Boys/Nancy Drew Mysteries. Sondern ein preisgünstiger Actionthriller, ein B-Picture, fürs Kino zu klein, für die Heimmedien wiederum fast zu beliebig, zu albern auch, zu nichtsnutzig.
Eine Mobilisation direkt nach Morphingabe und inmitten der Essensgabe, eine Massenprügelei im Einzelzimmer, während vor der offenen Tür niemand etwas mitbekommt und jeder unberührt und ahnungslos seinem Schichtdienst nachgeht; derart schlüssig sind auch die Szenen selber aufeinander aufgebaut, die Figuren oftmals Abziehbilder bis Karikaturen, das Gerede und Getue chargenhaft, was auch die Inszenierung von Sam Macaroni betrifft und dessen Herkunft als Content Creator für Youtube offenlegt. Die Funzel an der Decke flackert, die Action geht los. Noch im Krankenbett wird sich geprügelt, im Fahrstuhl, ein Kill 'Em All (2017) ohne Van Damme, dafür mit einer feisten Abbie Cornish und Gehangel in den Lüftungsschächten. Außerdem gibt's Zeitraffer, Zeitlupen, Weichzeichner, Fetzen von Erinnerung und übertriebene bis parodistische, wenigstens leicht blutige Shootouts in den engen Gängen.
Spannung an dem Ganzen gibt es nicht, wirkliches Interesse ist auch nicht vorhanden, weder mit noch ohne leere Rückblenden, brutal endende Nahkämpfe sind vorher schon ausgedünnt, da zu lang gezogen und verwackelt gestreckt. Ca. ein Drittel vor dem Abspann wird der Showdown schon angeboten, erfolgt dann aber noch und auch immer noch nicht, der Film hat sich längst aus der Aufmerksamkeit verabschiedet, denselben Darstellern bei stets dem gleichen Spiel und Gesagtem zuzusehen, hat dann schon etwas Quälendes; es ist nicht wirklich vorstellbar, dass sich die Darsteller tatsächlich durch das Skript gekämpft haben, wahrscheinlich wurde nur mit dem (überschaubaren) Geld gewinkt.