Review
von Leimbacher-Mario
Der längste 31. Oktober meines Lebens
Da ist er nun, der Abschluss der neuesten „Halloween“-Trilogie, die 2018 (nun auch schon wieder fast 5 Jahre her!) recht verheißungs- oder zumindest hoffnungsvoll startete. Mit der richtigen Mischung aus neuem und altem Blut, aus Retrofaktor und neuer Härte. Das fand ich ganz gut, mehr aber auch nicht. Wirklich viel Eigenes konnte es nicht beitragen, nicht überraschen oder flashen, aber eben auch nicht im Geringsten weh tun. Dann kam letztes Jahr mit ordentlich Coronaverzögerung „Halloween Kills“ - der immerhin hielt, was der Titel versprach an der Bodycount- und Brutalitätsfront. Ein effektiver und fieser Slasher in seinen besten Momenten - aber insgesamt erstaunlich dumm, flach und bescheuert, für mich nun schon arg weit entfernt vom grünen Bereich. Jetzt kommt’s diesen Herbst zur (vorerst) finalen Konfrontation in Haddonfield zwischen der traumatisierten Bevölkerung, Laurie und Michael Myers. Zumindest sollte man das meinen. Was „Halloween Ends“ jedoch allen Ernstes auftischt ist eine lahme Ente von Showdown, die in keiner einzigen Beziehung ihres Franchises punkten kann und etliche falsche, unverständliche Entscheidungen trifft - allen voran Michael zu schwächen, zu degradieren und ihm eine Art Helfer, Schüler, Psychopadawan zur Seite zu stellen…
Gibt es in „Halloween Ends“ Halloweenstimmung, sowohl der Jahreszeit als auch seiner Reihe? Sehr wenig, nur aufgesetzt und uninspiriert wie ich finde. Es fühlt sich einfach alles trist, traurig und leider nur an, als wolle man das Elend nun irgendwie noch über die Runden ins kreativlose Ziel retten. Gibt es in „Halloween Ends“ immerhin saftige Morde? Ein einziger (am DJ) ist im Gedächtnis geblieben. Das ist viel, viel zu wenig, selbst wenn klar war, dass nach „Kills“ wohl einen Gang zurückgeschaltet werden würde. Bekommen Michael und Laurie genug Zeit und einen würdigen Abschied? Oh no, ganz und gar nicht. Das kann man als Mischung aus Urlaub und Arbeitsverweigerung ansehen, was die Zwei hier abliefern und abbekommen - der größte Kritikpunkt an einem ohnehin schon murkigen Finnish. Dazu zeigt der Score null neue Facetten, es gibt kaum noch Sympathieträger, der übernatürliche Michael-Ansatz wird nahezu gänzlich fallengelassen, übriggebliebene Nebenfiguren aus seinen zwei Vorgängern werden billigst abgespeist und der finale Fight zwischen den zwei „Stars“ der Show geht kaum über die Runden. Man, ist „Halloween Ends“ unnötig und enttäuschend! Oft sogar in Gurkenterritorium. Und da ist mein Slasherikonenbonus schon eingerechnet. Wer Michael neutraler zugewandt ist, wird wohl rotzfrech so mit die zwei miesesten Slasherkinostunden seit langer Zeit serviert bekommen. Da stecken null Mühe, null Seele, null Esprit mehr drin - und es ist die Art von „dritter Teil“ a la „Jurassic World III“ oder „Episode 9“. Und das sollte Warnung und Kopfschütteln genug sein, egal ob man Fan ist oder nicht. „Halloween Ends“ ist unwürdig und uninspiriert - selbst unter den Standards seiner eigenen Vorgänger, die die Latte jetzt auch schon nicht übereifrig hoch gelegt haben. Vertane Chancen wohin man blickt. Ah, „Halloween Ends“ hat ein paar coole Songs zu bieten. Aber das ist Rosinenpickerei in einem dicken Haufen Restmüll.
Fazit: für mich der unfassbar lahme Abschluss und klare Tiefpunkt der neuen Trilogie. Die nun völlig den Faden verliert, nichtmal mehr tolle Kills bietet und das Franchise in den absoluten Morast zurückschiebt. Dagegen wirken selbst die Rob Zombie-Versionen eigen und stark. „Halloween Ends“ ist ein Schrecken ohne Ende, kein Ende mit Schrecken. Schwach von der Maske bis zum Messer!