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Halloween der 13.

Endlich findet das am längsten währende Horrorfranchise ein Ende! Schluss, aus, keine Fortsetzungen, keine Reboots, keine Wiederauferstehungen mehr. Und die Erde ist eine Scheibe, Corona ist eine Grippe und ein Angriffskrieg ist eine antifaschistische Schutzmaßnahme.

Aber wenigstens kommt mit HALLOWEEN ENDS die Trilogie von David Gordon Green zum Abschluss, deren letzte Teile im Übrigen auf der IMDb noch schlechter bewertet werden als HALLOWEEN IV von 1988.

Dabei beginnt der „finale“ HALLOWEEN-Film mit einer echten Überraschung: Die ersten 10 Minuten gehören zum Besten, was die Reihe seit dem Original zustande gebracht hat. Von da an geht es dann bergab.

Nachdem die Macher in ihren ersten beiden Rebootquels ja sehr offensiv dem Fanservice frönten, werden sich insbesondere die Anhänger von Michael Myers auf eine Enttäuschung einstellen müssen. Der beliebte Killer mit der Kirk-Maske verkommt hier zur Nebenfigur, wird von einem Außenseiter an den Rand der Handlung gedrängt und schließlich auch noch kopiert. Das ist vielleicht eine interessante Prämisse für einen anderen Film, am Kern von HALLOWEEN geht diese Geschichte jedoch komplett vorbei.

Sicher, es gibt auch hier wieder mehr, vor allem aber weniger elegante Bezüge zum Halloweenkosmos. Wenn der kleine Junge zu Beginn mit seinem Babysitter THE THING im Fernsehen sieht, aber nicht die 50er-Jahre-Fassung wie im ersten Teil, sondern Carpenters eigenes, für Kinder höchst ungeeignetes Remake, dann ist das durchaus gelungen. Wenn dann aber Laurie im Showdown "zufällig" erneut eine herumliegende Stricknadel findet, ist das eher sehr gewollt.

Zudem war es offenbar nötig, mit Flashbacks aus den früheren Filmen eine Brücke ins Jetzt zu schlagen, denn dem Film selbst gelingt es nicht, die mittlerweile 44 Jahre währende Geschichte zu einem runden Abschluss zu bringen.

Nach Rob Zombies missglücktem Zweiteiler ist dies nun schon der zweite Fehlversuch, die Reihe mit neuem Leben zu erfüllen. Aber vielleicht muss man nach 13 Filmen einfach auch mal eingestehen, dass das Prinzip von HALLOWEEN, die Darstellung des absolut bösen, unsterblichen Killers, zwar bahnbrechend war, jedoch in anderen eigenständigen Filmen deutlich besser umgesetzt wurde, als in den eigenen schlechten Fortsetzungen.

HALLOWEEN war bereits 1978 auserzählt.

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