Review
von Leimbacher-Mario
Gloryholegoregod
„Glorious“ ist das meiste Stück ein One-Setting-Film, ein unterhaltsames Exkrementexperiment auf einer Raststatttoilette aus der es für einen traurigen Mann mit Bart scheinbar keinen Ausweg mehr gibt - es sei denn er arbeitet mit dem mysteriösen Wesen, der beunruhigenden Gottheit in der Kabine neben ihm zusammen. Denn warum sollte man einer tiefen Stimme (genial: J.K. Simmons!) aus einem bemalten, leuchtenden Gloryhole kein Gehör schenken?!
„Glorious“ hat eine letzte Wendung bzw. ein sehr abruptes Finnish, womit ich eher weniger zufrieden bin. Aber bis dahin ist das Ding richtig gut und jetzt schon ein filmischer Kloklassiker! Perfektes Doppel mit dem ebenfalls letztes Jahr erschienenen „Ach du Scheisse!“. Die Witze und Pointen sitzen sattelfest. Simmons als „Ghaat“ ist perfekt. Aus seinen wenigen Mitteln holt der Film enorm viel raus, Kurzweile ist der Name des Programms. Es gibt Ekel, Horror und Fragezeichen. Style und Kachelphilosophie. Schwachsinn und Geniestreiche. Immer mit einem riesigen Schmunzeln. Auch gar nicht so pervers, dreckig, unter der Gürtellinie oder pfui wie es die Ausgangslage vermuten lassen könnte. Auf die sehr prominente, lila-blaue Beleuchtung steh' ich. Ich mag Filme, die nur an einem Ort, in ein paar Stunden spielen. Gegen Ende wie gesagt gab's dann wohl keinen Geistesblitz mehr wie man die bizarre Pissoirpanne beenden soll. Doch im Grunde spielt das schon dann nur noch eine untergeordnete Rolle, wenn man dermaßen gut unterhalten und auf den Zehenspitzen gelassen wird. Vielleicht zielt sein Titel von der Bewertung etwas hoch. Aber ein dickes „Weiter so!“ will ich allen Beteiligten hundertpro attestieren.
Fazit: ein kreativer und positiv kleingehaltener Trip zwischen Götterdämmerung, Gloryhole, Geniestreich und Genrebrei. Originell und zwerchfellfordernd. „Glorious“ ist ein schön-schleimiger Snack!