Ein Überlebenskampf in der Wildnis, egal an welchem Ort der Erde, folgt mehrheitlich den vertrauten Mustern: Frau, Mann, Gruppe wird von einer bösen Instanz verfolgt. Oftmals werden im Verlauf die Gejagten zu Jägern. Regisseur und Co-Autor Mikhail Red versucht hingegen eine ruhige Note einfließen zu lassen, was sich als Fluch und Segen zugleich entpuppt.
Eine einsame Gegend auf den Philippinen: Als plötzlich eine Polizeieskorte mit drei Fahrzeugen auf der Straße stoppt, eröffnen korrupte Polizisten das Feuer auf den Wagen in der Mitte. Auch der Mann, der gegen ein Drogenkartell aussagen sollte, wird erschossen. Die junge Polizistin Mariano (Maja Salvador) überlebt das Massaker verletzt und flüchtet sich in den angrenzenden Wald. Doch ein Trupp des Kartellbosses ist ihr schon bald auf den Versen…
Es gibt gleich zum Einstieg einen kurzen Bezug auf den Zweiten Weltkrieg, als sich einheimische Soldaten einem Todesmarsch stellten, um den Japanern zu entkommen. Der Titel „Arisaka“ bezeichnet indes ein Infanteriegewehr aus jener Zeit. In eben jener tristen und von Blau – und Grautönen dominierten Umgebung findet schließlich die Hatz statt, die sich phasenweise nicht wie eine solche anfühlt.
Während die tödliche Gefahr für die Protagonistin besonders im ersten Drittel beinahe körperlich spürbar wird, gesellen sich mit der Begegnung des indigenen Mädchens Nawi (Shella Mae Romualdo) sehr viele ruhige, nahezu meditativ anmutende Momente hinzu, die einerseits Respekt gegenüber den Indigenen und ihrer Lebensweise zollen, doch anderweitig zu sehr von der eigentlichen Hatz ablenken. Dadurch entstehen nicht nur Probleme innerhalb des Erzählflusses, auch ein Großteil der Spannung geht verloren.
Demgegenüber punktet die versierte Kameraarbeit im Zusammenspiel mit dem auf Atmosphäre getrimmten Score, der die Gegend insgesamt wie einen Lost Place wirken lässt.
Während speziell die beiden wesentlichen Darstellerinnen teils exzellente Performances abliefern, können die Herren kaum gegen ihre klischeehaften Bösewichtfiguren ankämpfen.
Immerhin: Die Antagonisten und vor allem ihr Anführer laden mit ihren Handlungsweisen sämtlichen Hass des Publikums auf sich, was für den Showdown durchaus von Bedeutung ist.
Denn zwischenzeitlich wundert man sich schon über einige recht harte Gewalteinlagen, die in einer Mischung aus wenig CGI und mehr praktischen Effekten recht explizit dargestellt werden. Auch auf emotionaler Ebene gibt es Momente, die nicht ohne sind. Leider verpuffen einige Versuche mystischer Intermezzos, da sie mehrheitlich ohne griffigen Kontext stehen, - sei es in Bezug auf jene Soldaten im Zweiten Weltkrieg oder auf ein Ereignis in Marianos Vergangenheit. Auch diese Szenen nehmen jeweils wieder Dynamik aus dem Spiel.
Somit ergibt sich nicht die vielleicht erhoffte, temporeiche Hatz mit viel Action. Obgleich der Handlungsverlauf insgesamt keine erwähnenswerte Überraschungen liefert, bieten sich innerhalb der Erzählung einige markante Momente, nicht zuletzt aufgrund der teils einnehmenden Atmosphäre. Wer auf typische Survival-Thriller steht, sollte seine Erwartungen eventuell ein wenig zurückschrauben und sich auf eine eher ruhige Vorgehensweise einstellen.
Knapp
7 von 10