Review

Obgleich der Titel bereits 1968 in Form eines Italo-Westerns Verwendung fand, handelt es sich nicht um ein Remake, auch wenn es sich so anfühlt. Regisseur Walter Hill, der das Genre zuletzt 2006 mit „Broken Trail“ bereicherte, schien vielmehr an einer Hommage an goldene Zeiten interessiert gewesen zu sein.

1897: Kopfgeldjäger Borlund (Christoph Waltz) soll mit Rachel (Rachel Brosnahan) die entführte Frau eines Geschäftsmannes zurückbringen. Gleichzeitig kreuzen sich die Wege einiger Gesetzloser in einem Wüstenkaff in Mexiko, welches von Vargas (Benjamin Bratt) und seinen Schergen kontrolliert wird. Aber auch Joe Cribbens (Willem Dafoe), den Borlund einst in den Knast brachte, hat noch eine Rechnung mit selbigem offen…

Hill ist nicht gerade um Innovationen bemüht, da die Figuren kaum über schablonenhafte Attribute hinauskommen. Vielmehr setzt er auf die Präsenz der durchweg solide agierenden Mimen, von denen Waltz und Dafoe besonders hervorstechen, die leider nur wenige gemeinsame Szenen bestreiten.

Mit dem Sepiafilter, der alles in Goldbraun taucht, übertreibt er es merklich und auch der Score geht mehr als eine Huldigung an Morricone durch, einschließlich Trompete, Mundharmonika und Pfeifen als Leadsounds, wodurch immerhin eine angemessene Stimmung gegeben ist. Während die Kamera insgesamt passabel arbeitet, fällt der Schnitt eher unter die Kategorie des Austestens eines neuen Videoschnittprogramms, da hier nahezu alle Formen von Überblendungen zum Vorschein kommen.

Storytechnisch werden derweil keine Überraschungen geboten, wenn eine Handvoll Guter auf zwielichtige Gestalten trifft, welche wiederum auf noch skrupellosere Gesellen stoßen, die schon die Waffe zücken, wenn sie einmal zuviel beim Pokern verlieren. Dazu eine Lady in Nöten, die sich immerhin mit einigem Selbstbewusstsein innerhalb der Schießwütigen behaupten kann. Innerhalb dessen wirkt Dafoes Figur oftmals wie ein notwendiges Zugeständnis eines bekannten Gesichts, denn allzu viel trägt er nicht zum Geschehen bei und auch Waltz hat nicht viel mehr zu tun, als einige wenige zynische Worthülsen abzugeben.

In Sachen Action hält sich die Chose leider arg zurück und tatsächlich wird erst zum Finale ein wenig Staub aufgewirbelt, als diverse Schusswaffen zum Einsatz kommen und Reiter auch mal etwas unsanft über die Requisiten geworfen werden. Der Bodycount ist zwar einigermaßen hoch, dennoch überrascht nicht, wer da eventuell zum finalen Duell antreten könnte.

Insofern liefert Hill Stangenware ab, die weder sonderlich spannend ausfällt, noch interessante Ecken und Kanten vorzuweisen hat. Bis auf einige Längen im Mittelteil werden Genrefans innerhalb der rund 107 Minuten zwar passabel bedient, doch bis auf die versierten Darsteller und eine ordentliche audio-visuelle Grundlage ist hier nicht viel mitzunehmen.
5,5 von 10

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