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Basierend auf seinem Kurzfilm „Laura hasen't slept“ inszenierte Parker Finn seinen ersten Spielfilm. In diesem muss Dr. Rose Cotter mitansehen, wie sich vor Ihren Augen in der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses eine Patientin umbringt. Dass diese dabei lächelt, macht den Vorfall nur umso verstörender. Mit der Zeit geschehen um Rose unerklärliche Dinge, sie hat Visionen und glaubt, einem Fluch anheim gefallen zu sein.

Finns „Smile“ ist angefüllt mit Jumpscares und nach einer Weile herrscht permanente Anspannung. Das ist für einen Genrefilm nicht verkehrt, die immer wieder eingesetzten Schocks in Bild und Ton haben letztlich aber Jahrmarktcharakter. Man wird mit der Zeit übersensibel, sobald die Tonspur in die Richtung geht oder gewisse Perspektiven eingenommen werden. Scheinbar überträgt sich dieser Zustand auch auf die Figuren, denn diese sind relativ schnell ziemlich gestresst und dramatisch drauf, was mit fortschreitender Spielzeit recht anstrengend sein kann. Vor allem Sosie Bacon als Rose scheint sich nach kurzer Zeit nur noch durch den Film zu wracken.
Stilistisch erinnert „Smile“ immer wieder an mögliche Vorbilder wie „The Ring“ (2002), kann diesem aber nie das Wasser reichen, wenn es um Aufbau und Atmosphäre geht. Letzterer ist allerdings der intensive Soundtrack zuträglich. Auch bleibt man immer nah an den Figuren, ein Entkommen scheint so auch für's Publikum nicht möglich. Hier zeigt Finn durchaus Talent im Erschaffen beklemmender Situationen.

So man sich auf die Prämisse einlassen kann, bietet die Geschichte selbst durchaus interessante Punkte, wird aber auch ausgewalzt. Potential ist in der Idee trotz der schon so oft eingeflochtenen Traumabewältigung vorhanden und insgesamt ist das nicht ineffektiv – solange es andauert. Die Langzeitwirkung scheint dann doch eher beschränkt, denn „Smile“ verlässt sich in der Summe zu sehr auf seine gestresste Hauptfigur und seine Schocks. Und wenn man immer wieder auf die selbe Stelle haut, wird sie eben taub.

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