Die überarbeitete Psychologin Rose, die selbst an einem Kindheitstrauma laboriert, übernimmt in der psychiatrischen Notfall-Ambulanz den Fall der jungen Studentin Stacey, die wenige Tage zuvor Zeugin des Selbstmords eines ihrer Professoren wurde und seitdem davon überzeugt ist, dass ihr eine unheimliche Wesenheit nach dem Leben trachtet... und sich wenige Minuten später nach einem kurzen Gerangel vor Roses Augen mit der Scherbe einer Keramikvase selbst die Kehle durchschneidet. Zwangsweise von ihrem Vorgesetzten Dr. Desai beurlaubt, um sich von dem Schock zu erholen, hat Rose in der Folgezeit immer wieder unheimliche Begegnungen mit Menschen, die offenbar nur sie selbst sehen kann und die sie ebenso fies angrinsen, wie es Stacey kurz vor ihrem Tod getan hat. Bald schon scheint es so, als ob es sich bei Staceys Geschichte doch nicht nur um die Hirngespinnste einer Verrückten gehandelt hat, denn bei Nachforschungen, die Rose mit ihrem Ex-Freund, dem Polizisten Joel, anstellt, kommt sie dahinter, dass sich bereits eine ganze Reihe von Selbstmorden zurückverfolgen lässt, bei denen die Augenzeugen der jeweiligen Tat sich kurz darauf ebenfalls selbst umgebracht haben. Zusammen mit Joel versucht Rose einen Weg zu finden, um den Fluch, der offenbar nun auf ihr lastet, zu brechen... und die Zeit drängt, denn bislang hat keines der Opfer länger als sieben Tage überlebt... Mit seinem 2020er-Shortmovie "Laura Hasn't Slept" (ebenfalls auf der DVD enthalten) hat Regisseur und Drehbuchautor Parker Finn eine kleine Genre-Fingerübung abgeliefert, die zwar ohne großen erzählerischen Wert dahergekommen ist, aber auf jeden Fall bewiesen hat, dass er es allemal versteht, seine Schocks richtig sitzen zu lassen... und die wohl ganz zurecht die Aufmerksamkeit einiger Paramount-Produzenten erregt hat, die es ihm anschließend ermöglicht haben, seinen Kurzfilm zum abendfüllenden Feature auszuweiten. Okay, zugegeben, die Langfilm-Variante "Smile - Siehst du es auch?" hat nicht unbedingt die Originalität schlechthin für sich gepachtet, variiert inhaltlich lediglich dieselbe alte Mystery-Masche rund um gruselige Flüche und spukige Entitäten à la "The Ring" und "It Follows" und weckt zudem mit ihrem primären Gimmick auch Erinnerungen an Jeff Wadlows 2018er-Grinsekatzen-Teenie-Horror "Wahrheit oder Pflicht" (wobei die lächelnden Visagen hier aber im Gegensatz zu den Snapchat-Smiley-Fressen dort NICHT unfreiwillig komisch wirken), was man nun nicht unbedingt positiv werten muss... aber dafür geht Finn halt inszenatorisch mal so richtig in die Vollen und setzt seine schnieke Alptraum-Maschinerie mit wirkungsvollen Regie-Kniffen und einer stimmig erzeugten Atmosphäre absoluten Unbehagens in Gang, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Da vergibt man dem Ganzen auch, dass inhaltlich wirklich nur auf Sparflamme gekocht wird und sich die Angelegenheit - ebenso wie die bereits genannten Vorbilder - im dritten Akt in erzählerischer Wassertreterei ergeht, zumal "Smile - Siehst du es auch?" in seiner allerletzten Szene einen für Hollywood-Verhältnisse beachtlich düsteren Schluss-Punkt erreicht und damit auch in Kauf nimmt, das Publikum nachhaltig zu verstören. Die eher unbekannten Darsteller spielen übrigens durch die Bank gut und verleihen dem Film das Maß an Glaubwürdigkeit, das der allegorisch zu lesenden Handlung rund um die Verarbeitung und Weitergabe von Traumata für sich alleine genommen abgehen würde, weswegen "Smile - Siehst du es auch?" insgesamt also als durchaus positives Beispiel dafür durchgeht, dass man den Genre-Fans mit der entsprechenden Sorgfalt auch vermeintlich abgekaute Stoffe und Ideen immer und immer wieder andrehen und ihnen damit sogar noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann...
8/10