Bestimmte Stilrichtungen sind speziell im Horrorbereich oftmals von nur kurzer Dauer. Immerhin währte der Found-Footage-Stil, der 1999 mit „Blair Witch Project“ seinen populären Einstieg nahm einige Jahre. Vielleicht erfährt er irgendwann eine kleine Renaissance, wozu der deutsche Filmemacher Malte Wirtz jedoch nicht maßgeblich beitragen dürfte.
Reporterin Carla und ihre Bekannten Moritz und Steffen hörten von merkwürdigen Entdeckungen im nahe gelegenen Königsforst. Mit Kamera und Mobiltelefonen ausgestattet erkunden sie die Gegend und stoßen bald auf Hünengräber, allerdings auch auf unerklärliche Geräusche. Bei einer weiteren Exkursion verschwindet jemand der drei spurlos…
Das Bildmaterial besteht ausschließlich aus mitgeführten Quellen, wonach die Qualität der Handyvideos schon allein aufgrund des Formats und der Auflösung zu wünschen übrig lässt, was sich im halbdunklen bis komplett düsteren Wald folgerichtig verschlimmert.
Immerhin sind die insgesamt vier Mimen keine Laien und man nimmt ihnen die improvisiert wirkenden Dialoge weitgehend ab, obgleich die dazugehörigen Figurenzeichnungen äußerst vage ausfallen.
Über inhaltliche Defizite zu sprechen, wäre arg untertrieben, denn mehr als umherirren und dabei auch noch dumme Entscheidungen wie Alleingänge zu fällen passiert fast nicht.
Erwähnenswert sind allenfalls zwei nicht ganz durchschnittliche Geräusche. Bei dem einen klopft jemand recht vehement an einen Stamm und beim anderen ist so etwas wie ein Tier zu vernehmen, aber natürlich nicht zu sehen. Denn schon aufgrund des eklatanten Wackelns ist selbst bei der näheren Umgebung oft nicht mehr als der Schein einiger mitgeführter Lichter auszumachen. Gegen Ende wird das noch übler, da es zusätzlich auch noch regnet.
Auch so eine Entscheidung, vielleicht aus Kostengründen, ist das Filmen bei Dunkelheit. Obgleich die drei sich vornehmen, den Wald möglichst früh zu betreten und das Gebiet angeblich nur 15 Minuten von Zuhause aus entfernt liegt, erreichen sie es frühestens mit Einbruch der Dämmerung, - und das im September. Als die zwei Sucher am nächsten Morgen um zehn Uhr in einer Waldhütte zu sich kommen und ihre Suche fortsetzen, ist es erstaunlicherweise einige Minuten später bereits wieder dunkel, was beileibe nicht auf eine paranormale Begebenheit, sondern unüberlegte Schnitte hinweist.
Mitzunehmen ist von den rund 79 Minuten am Ende gar nichts, da es weder sonderlich spannend, noch übermäßig atmosphärisch zugeht, - wie auch, wenn kaum etwas zu erkennen ist. Soundtechnisch ist das Unterfangen okay, doch das allein stellt kaum eine Existenzberechtigung für substanzlose Wackelbilder im nächtlichen Wald dar, denen noch nicht einmal eine Pointe anhaftet.
2,5 von 10