Als die schwangere Frau von Lehrer Mykola Voronin von russischen Söldnern ermordet wird, meldet sich der Pazifist zur Armee und wird zum Scharfschützen ausgebildet. Und der Tag seiner Rache kommt.
Die Geschichte basiert auf dem Leben und den Erfahrungen des Co-Drehbuchautors Mykola Voronin und entstand kurz vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine.
Regisseurin Maryan Bushan nimmt sich Zeit, die Figur Voronins einzuführen, die von Pavlo Aldoshyn einfühlsam und sympathisch gespielt wird. Aldoshyn wurde später selbst Scharfschütze in den ukrainischen Streitkräften.
Rein auf technischer Seite kann man dem Film nichts anlasten. Kamera und Ton leisten gute Arbeit, der Score ist funktional und unterstützt die Stimmung der jeweiligen Szene sehr gut.
Anlasten kann man dem Film aber durchaus, dass er mit nicht ganz zwei Stunden Laufzeit deutlich zu lang geraten ist. Er folgt einem fast klassischen Aufbau: Zuerst kommt die Motivation, gefolgt von der Ausbildung und schließlich landet der Protagonist mitten drin im Kriegsgeschehen.
Leider ist das aber ohne großes Gespür für Tempo und Timing inszeniert, so dass sich des öfteren Längen einschleichen. Zudem gelingt es Bushan nicht, die Ausbildung so intensiv zu gestalten, wie es Kubrick in seinem <b>Full Metal Jacket</b> gelang. Noch schafft sie es, die intensive Spannung eines Scharfschützenduelles zu kreieren, wie man es in <b>Duell: Enemy At The Gates</b> erleben kann. Vielmehr macht sie ihren Elite-Scharfschützen und Ex-Pazifisten gleich noch zum Elite-Kommandosoldaten, der seine Sniperrifle ablegt und zu Granate und Messer greift. So ist das Finale zwar gut gemacht, aber eben nicht das, was man von einem Duell zweier Scharfschützen erwarten dürfte.
Völlig unklar wiederum ist mir, woher die Farbe Weiß im Titel von <b>Sniper: The White Raven</b> kommt. Zumindest in der Synchro ist immer nur von "Rabe" die Rede und winterlich mit Schnee und weißer Tarnung wird es grad mal in der letzten Minute.
Sicherlich gut gemeinter, aber langatmiger Kriegsfilm aus der Ukraine, der irgendwie beständig auf der Bremse steht. Aber der Cast ist gut.